Der ehemalige Direktor der ULB, Professor Dr. Günter Gattermann,
wurde 85

Am 6. Mai 2014 feierte Professor Dr. Günter Gattermann seinen 85. Geburtstag. Der ehemalige Direktor der Universitäts- und Landesbibliothek legte während seiner Amtszeit den Grundstein für die Entwicklung der Bibliothek zur zentralen universitären Serviceeinrichtung für die Literatur- und Informationsversorgung.

Prof. Dr. Gattermann, 1929 in Aßlar (Hessen) geboren, studierte Geschichte, Klassische Philologie, Englisch und Philosophie an der Universität Frankfurt/M. Nach erfolgter Promotion 1956 und der abgeschlossenen Ausbildung für den höheren Bibliotheksdienst war er zunächst als Fachreferent an der Stadt- und Universitätsbibliothek Frankfurt/M. beschäftigt. 1961 wechselte er zur Bergakademie Clausthal-Zellerfeld, später Technische Universität, wo er als Bibliotheksdirektor die Hochschulbibliothek aufbaute.

Am 29. September 1970 wurde er zum Leitenden Bibliotheksdirektor an der Universität Düsseldorf ernannt. Einen Tag später übernahm er die von der Stadt Düsseldorf an das Land übergebene ehemalige Landes- und Stadtbibliothek mit ihren 500.000 Bänden als Grundstock für eine neue Universitätsbibliothek. Es galt, diese Bibliothek, die im kriegszerstörten Bibliotheksgebäude am Grabbeplatz beheimatet war, mit der Zentralbibliothek der ehemaligen Medizinischen Akademie und verschiedenen, über die Stadt verteilten Büchersammlungen der Fakultäten zusammenzuführen. Am 26. November 1979 nahm Gattermann den Neubau auf dem Universitätscampus in Betrieb. Damit waren auch räumlich die Voraussetzungen für eine moderne Dienstleistungseinrichtung geschaffen. Der Direktor setzte früh auf den Einsatz der Datenverarbeitung. Bei aller Innovationsbereitschaft engagierte er sich aber ebenso intensiv für die Sicherung, Erhaltung und Erschließung der wertvollen historischen Altbestände.

Über Jahre hinweg war Günter Gattermann auf regionaler, überregionaler und internationaler Ebene in Gremien für Wissenschafts-, Hochschul- und Bibliotheksplanung überaus aktiv – insbesondere in Ausschüssen der Deutschen Forschungsgemeinschaft, aber auch in Arbeitsgruppen beim Wissenschaftsrat, im Bundesministerium für Forschung und Technologie, in mehreren Länderministerien und in der International Federation of Library Associations und Institutions. Darüber hinaus widmete er sich der Lehre und Ausbildung an der Heinrich-Heine-Universität und am Bibliothekar-Lehrinstitut des Landes Nordrhein-Westfalen.    

Prof. Dr. Gattermann war im ministeriellen Auftrag maßgeblich an der Gestaltung der kooperativen Landesbibliotheksstruktur Nordrhein-Westfalens beteiligt. Ab 1993 durfte sich die Universitätsbibliothek neben Bonn und Münster Universitäts- und Landesbibliothek nennen. Sie erhielt das Pflichtexemplarrecht für den Regierungsbezirk Düsseldorf und erstellte bereits seit 1983 ohne expliziten ministeriellen Auftrag zusammen mit der UB Münster die Nordrhein-Westfälische Bibliographie.

1975 verlieh die Hochschule Günter Gattermann den Titel eines Honorarprofessors. Aus Anlass seiner Verabschiedung 1994 erhielt er die Ehrenmedaille der Universität.

Unter anderem wegen seines hohen Engagements und Geschicks bei der Gründung und Formung des Düsseldorfer Bibliothekssystems ist die Bibliothek Günter Gattermann zu großem Dank verpflichtet.

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