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Aufgeschlagen?! Spielräume des Künstler:innenbuchs

Ausstellung im Foyer der ULB Düsseldorf 
23. Juli bis 27. September 2026

Die Ausstellung Aufgeschlagen?! Spielräume des Künstler:innenbuchs widmet sich dem Medium des Künstler:innenbuchs und macht dessen Potenziale sichtbar. Ausgehend von Beständen der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB), die genderkritisch befragt und neu kontextualisiert werden, beleuchtet die Ausstellung anhand von sechs Begriffen – ordnen, materialisieren, entfalten, entgrenzen, aktivieren und (selbst-)reflektieren – unterschiedliche künstlerische Buchpraktiken. Diese machen die vielfältigen Erscheinungsformen des Künstler:innenbuchs sichtbar, das nicht nur Träger von Inhalten ist, sondern zugleich ein eigenständiges Kunstwerk. Den Beständen der ULB werden ausgewählte zeitgenössische Positionen, insbesondere von Künstlerinnen wie Isa Genzken, Nanne Meyer und Carmen Winant, gegenübergestellt und so das männlich dominierte Medium um wichtige Perspektiven erweitert.

Geschichte des Künstler:innenbuchs
Seit den 1960er-Jahren entwickelte sich das Künstler:innenbuch zu einem eigenständigen künstlerischen Medium. Impulse gingen sowohl von Publikationsformaten wie den Kassettenkatalogen des damaligen Städtischen Museums Mönchengladbach unter Johannes Cladders aus, die den Ausstellungskatalog radikal neu dachten, als auch von der internationalen Fluxus-Bewegung, die das Buch als offenen Raum für konzeptuelle, performative und partizipative Experimente nutzte. Eine wichtige Referenz ist zudem Gunnar Kaldewey, der seit den 1980er-Jahren mit der Gunnar A. Kaldewey Press bibliophile Künstler:innenbücher in enger Zusammenarbeit mit Künstler:innen und Autor:innen realisiert. Durch reproduktive Verfahren und die Produktion in Auflage wurde das Künstler:innenbuch zu einem zentralen Distributionsmedium, das Kunst über institutionelle Grenzen hinaus einem breiteren Publikum zugänglich macht.

Ausstellungskonzept
Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit Studierenden des Aufbau- und Masterseminars Kunst zwischen zwei Deckeln: Ein Ausstellungsprojekt zum Künstler:innenbuch am Institut für Kunstgeschichte der HHU von Dr. Nina-Marie Schüchter und der Künstlerin Kanade Hamawaki im Sommersemester 2026 entstanden. Im Dialog von Theorie und Praxis wurden die Eigenschaften des Künstler:innenbuchs erforscht und die Spielräume des Mediums ausgelotet. Die Ausstellung ist das Ergebnis dieses gemeinsamen Forschungs- und Denkprozesses, was Hamawakis sog. Mapping auf dem großen Display in dieser Ausstellung nachvollziehbar macht.

Die Ausstellung ist als begehbares Buch konzipiert: Strahlenförmig gruppieren sich sechs Vitrinen zu jeweils einer Buchpraktik um einen runden, zentralen Playground. Als eigenständiger Raum lädt dieser mit von Studierenden entwickelten spielerischen Angeboten zum Erkunden, Mitmachen und Verweilen ein. Begleitend zur Ausstellung haben sie ein Glossar mit zentralen Begriffen des Künstler:innenbuchs erarbeitet, das zum Weiterdenken und Vertiefen einlädt.

Zudem ist in der Ausstellung die neue partizipative Arbeit Bücher versteckt man mitten in der Bibliothek (2026) von Hamawaki zu finden. Ausgehend von einem Suchspiel durch die Bibliothek richtet sich die Arbeit auf dort gezielt platzierte Fremdkörper: Fragmente von Büchern, die im Zuge archivischer oder bibliothekarischer Verfahren aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gelöst wurden und so ihr Nachleben – ihre Umgestaltung, Verlagerungen und Neubewertungen – zum Thema machen.


Ausstellungseröffnung

Donnerstag, 23. Juli 2026, 18.00 Uhr
Vortragsraum der ULB Düsseldorf

Begrüßung
Kathrin Kessen
Direktorin der ULB Düsseldorf

Einführung
Dr. Nina-Marie Schüchter
Wissenschaftliche Projektleitung und Ausstellungskonzeption

Podiumsdiskussion
Alicia Holthausen (Kunsthalle Düsseldorf)
Rudolf Müller (Müller & Böhm Literaturhandlung im Heine-Haus)
Kanade Hamawaki
Dr. Nina-Marie Schüchter (HHU Düsseldorf)

Umtrunk