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Thomas Mann

Für Demokratie und Freiheit – 1918 bis 1945

Ausstellung 25. August bis 5. Oktober 2025

„Dienst am Leben aber, zu dem wir Deutschen immer wahrhaft bereit waren, ist heute Dienst an der Demokratie, ohne die Europa des Todes ist.“ 
Thomas Mann: Deutschland und die Demokratie, 1925 

Der 150. Geburtstag und der 70. Todestag Thomas Manns – beide Jubiläen im Jahr 2025 –sind Anlass für die Ausstellung zum Thema Demokratie und Freiheit mit Exponaten aus der Thomas-Mann-Sammlung der Universitäts- und Landesbibliothek. Sie lenkt den Blick auf das politische Engagement Thomas Manns in der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. Dokumentiert wird der Weg des wohl bedeutendsten deutschen Schriftstellers des 20. Jahrhunderts vom vermeintlich unpolitischen Betrachter zum politischen Aktivisten. 

Wie tritt der durch seine Romane Buddenbrooks, Der Zauberberg und seine zahlreichen Erzählungen bekannte Autor, der 1929 den Nobelpreis für Literatur erhielt, auf, als er die junge Republik von Rechten bedroht sieht? Wie unterstützt er die demokratischen Kräfte in der Endphase der Weimarer Republik? Nach Etablierung der Herrschaft des Nationalsozialismus ist Thomas Mann gezwungen, ins Exil zu gehen: zunächst 1933 in die Schweiz, ab 1938 nach Amerika. Hier wird Thomas Mann – wie er selber sagt, zum „Wanderredner für die Demokratie“. Er versucht die Amerikaner*innen für die Unterstützung des Kampfes gegen die Nationalsozialismus zu gewinnen. Mehr als 134 Redetermine nimmt Thomas Mann auf seinen Lecture Tours durch die Vereinigten Staaten wahr. Mehrere tausend Zuhörer*innen interessierten seine politischen Vorträge. 

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht nicht das literarische Werk Thomas Manns, sondern seine politischen Essays, Reden und Ansprachen. Aus der Thomas-Mann-Sammlung der ULB werden außerdem Dokumente aus dem Nachlass des Privatsekretärs Thomas Manns, Konrad Kellen (1913-2007), gezeigt, die der Forschung bisher nicht zur Verfügung standen. Konrad Kellen arbeitete für Thomas Mann im amerikanischen Exil in der Zeit von 1941 bis 1943. Eine Auswahl der täglichen Briefe an Thomas Mann, Diktate von Reden, Briefen und Korrekturen von Manuskripten zeugen ebenso wie seine öffentlichen Auftritte und seine Publikationen von seinem politischen Engagement, von seiner Unterstützung von Geflüchteten, die NS-Deutschland verlassen mussten, und von der großen Popularität, die Thomas Mann als Repräsentant des „guten“ Deutschlands in Amerika besaß.

Der umfangreiche Bestand der Thomas-Mann-Sammlung kann im Sonderlesesaal der ULB eingesehen werden. Zum 1. Januar 2026 erlischt das Urheberrecht für das Werk Manns. Die Dokumente der Sammlung werden dann sukzessive digitalisiert und über die Digitalen Sammlungen der ULB bereitgestellt.

Führungen durch die Ausstellung

Mi, 24. September 2025, 11:00-11:45 Uhr | Do, 25. September, 14:00-14:45 Uhr
Zentralbibliothek (24.41), Foyer

Erkunden Sie die Ausstellung im Rahmen einer Führung. (Anmeldung nicht erforderlich.)

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.