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Aktuelle Ausstellung in der ULB
Extremistische Narrative im heutigen Europa

Wie entstehen extremistische Narrative? Wie verbreiten sie sich? Und wie beeinflussen sie die gesellschaftlichen Debatten, nicht nur in Deutschland, sondern in Europa? Fragen wie diese stellt und beantwortet die Ausstellung Going Extreme, die im Mai in der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf zu sehen ist. Eröffnet wird die Schau im Rahmen der bundesweiten Woche der Meinungsfreiheit am 5. Mai.

Krisen wie die Covid19-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben dazu beigetragen, dass es in den europäischen Zivilgesellschaften zu verschärfter politischer Polarisierung kommt. Emotionen, persönliche Überzeugungen und gefühlte Wahrheiten drängen Fakten in den Hintergrund. An ihre Stelle treten extremistische Narrative – Erzählungen, die die jeweils eigene Deutung der Ereignisse legitimieren. Hier setzt das europäische Forschungsprojekt ARENAS (Analysis of and Responses to Extremist Narratives) und die daraus hervorgegangene Ausstellung Going Extreme an. 

In dem Projekt wird die Entstehung und Verbreitung extremistischer Narrative untersucht– insbesondere in den Bereichen Nation, Geschlecht und Wissenschaft. Die englischsprachige Ausstellung Going Extreme – How Extremist Narratives are Destroying Democracies zeigt erste Forschungsergebnisse und macht sichtbar, wie solche Narrative funktionieren, warum sie so wirkungsvoll sind und wie sie zunehmend auch in alltäglichen Diskursen und digitalen Medien präsent sind. Ziel ist es, für diese Dynamiken zu sensibilisieren und zur kritischen Auseinandersetzung anzuregen.

Die Ausstellung wurde von Steven Forti (Universitat Autònoma de Barcelona, UAB) kuratiert und von Sergi Soler und Nathalie Paris koordiniert. Erste Station der Ausstellung war Barcelona, es folgte Paris. Bevor die Ausstellung nach Helsinki weiterreist, macht sie nun bis zum 7. Juni 2026 Station an der HHU. Ergänzend wird hier das Arbeitspaket 2 des Forschungsprojekts vorgestellt, das an der HHU angesiedelt ist: Eine interdisziplinäre Gruppe von Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftlern aus der Germanistik und Romanistik – Dr. Ana Yara Postigo Fuentes, Prof. Dr. Rolf Kailuweit, Prof. Dr. Stefan Hartmann, Prof. Dr. Alexander Ziem und Dr. Julian Stawecki – befasst sich mit der Definition extremistischer Narrative sowie mit ihrer Operationalisierung. Die Forscherinnen und Forscher  entwickeln Kriterien zur Identifikation extremistischer Narrative, analysieren Muster extremistischer Sprache und arbeiten an Methoden zu deren systematischer Erkennung. Im Anschluss an die Präsentation in Düsseldorf reist die Schau nach Helsinki.

Ausstellungseröffnung mit Einführung durch den Kurator Steven Forti am 5. Mai 2026 um 18 Uhr im Vortragsraum der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf (Geb. 24.41)
Details

Zum Projekt
Das Forschungsprojekt ARENAS (Analysis of and responses to Extremist Narratives), das im Rahmen des EU Horizon Programmes mit knapp 3 Millionen Euro gefördert wird, läuft über vier Jahre von Mai 2023 bis April 2027. Insgesamt nehmen 12 Partner aus 9 europäischen Ländern am Projekt teil.
Projektseite

Autor/in: CS
Kategorie/n: Allgemeines