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Inkunabeln

Im Bestand der ULB Düsseldorf befinden sich mehr als 980 Druckschriften des 15. Jahrhunderts, sogenannte Inkunabeln oder Wiegendrucke. Einige davon sind Unikate, das heißt sie sind in keiner anderen Bibliothek überliefert. Sie können diese frühen Zeugnisse der Druckkunst im Sonderlesesaal der ULB einsehen.

Zu den Zeugnissen aus der Zeit des frühen Buchdrucks gehören ferner einige Fragmente, so etwa ein 30-zeiliger Ablassbrief aus dem Jahr 1454 und zwölf Fragmente verschiedener Donatausgaben, von denen nach dem heutigen Forschungsstand zehn als ausschließlich in dieser Sammlung überliefert gelten.

Die Inkunabeln der ULB sind in einem gedruckten Inkunabelkatalog vollständig verzeichnet. Als Grundlage für eine 2011 begonnene Digitalisierung des gesamten Inkunabelbestands wurden die Titelaufnahmen des gedruckten Katalogs ins Suchportal überführt. Sie können dort zur Recherche und Bestellung der Originale verwendet werden. 

Sämtliche Drucke sind im Suchportal der ULB recherchierbar und in den Sonderlesesaal zur Einsicht bestellbar. Genauere Informationen zu den frühen Drucken der ULB erhalten Sie in dem gedruckten Inkunabelkatalog der Bibliothek. Zahlreiche Inkunabeln sind bereits digitalisiert. Sie finden diese in den Digitalen Sammlungen.

Weitere Recherchewerkzeuge haben wir auf einer separaten Seite für Sie zusammengestellt. Die Originale können Sie unter fachlicher Aufsicht im Sonderlesesaal einsehen.

Hinsichtlich der Druckorte ist der Bestand durch die Anschaffungsgepflogenheiten der klösterlichen Vorbesitzer sehr stark regional niederrheinisch geprägt. Die überwiegende Anzahl der Inkunabeln stammt aus Köln, davon allein 80 Inkunabeln vom Kölner Erstdrucker Ulrich Zell. Besonders erwähnenswerte Drucke anderer Offizinen sind unter anderem ein vollständiges, koloriertes Exemplar der westniederdeutschen Kölner Bilderbibel (GW 4308) und ein extrem seltenes Exemplar der Erstausgabe von Wierstraets Geschichte der Belagerung der Stadt Neuss. Insgesamt sind die Rheinstädte (aufwärts bis Basel einschließlich), aber auch die gesamten Niederlande unter den Druckprovenienzen sehr stark repräsentiert.

Ein ganz besonderes Schwergewicht liegt in den östlichen Niederlanden. Allein 55 Inkunabeln stammen aus Deventer. Die oberdeutschen Druckorte (mit Ausnahme der oberrheinischen) sind weit geringer vertreten, als allgemein bei einer deutschen Sammlung dieser Größenordnung zu erwarten ist. Der prozentuale Anteil von Paris ist für eine rheinische Sammlung sehr hoch. Von den italienischen Druckorten ist Venedig mit über 70 Inkunabeln vertreten. Darunter sind vier Drucke des für Düsseldorf wichtigen Johannes Manthen von Gerresheim, der zusammen mit Johannes de Colonia druckte. Die übrigen italienischen Inkunabelstädte sind sehr schwach vertreten.

Das Verhältnis zwischen lateinischen und volkssprachlichen Drucken ist gegenüber dem von der Forschung vermuteten Verhältnis für die Gesamtzahl aller Inkunabeln noch mehr zugunsten der lateinischen Titel verschoben. Bei den volkssprachlichen Drucken fällt der relativ hohe Anteil der niederdeutschen (einschließlich der westniederdeutschen, dem niederländischen "Oosters" nahe stehenden) und der relativ niedrige Anteil der hochdeutschen Texte auf.

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