Bestandsgeschichte

Vorgängereinrichtung der Universitäts- und Landesbibliothek ist die 1770 von Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz, Herzog von Jülich und Berg, in Düsseldorf gegründete „öffentliche Bibliothèque“. In ihren Anfangsjahren erhielt sie Dubletten der älteren, 1731 nach Mannheim überführten „Bibliotheca palatina Dusseldorpiensis“. Während die pfälzischen Hofbibliothek Buchentleihungen als Privileg gewährte, wurde in den Nutzungsrechten der Kurfürstlichen Bibliothek in Düsseldorf festgeschrieben, dass „die Gemeinnützigkeit der Anstalt nicht zu beschränken sey“. Im Gründungszweck der Düsseldorfer Bibliothek ist somit die Ausrichtung als moderne wissenschaftliche Gebrauchsbibliothek bereits angelegt.

Wechselnde Namen und Träger der Bibliothek
Die Bibliothek wurde seit etwa 1830 als Königliche Landesbibliothek geführt, nachdem ihre Bezeichnung in den Napoleonischen Kriegen und den daraus folgenden politischen Veränderungen mehrfach gewechselt hatte. 1904 regelte der Vertrag mit der Preußischen Staatsregierung ihre Übergabe an die Stadt Düsseldorf. Unter der Trägerschaft der Stadt Düsseldorf wurde sie als Landes- und Stadtbibliothek Düsseldorf fortgeführt. 1970 wurde die Landes- und Stadtbibliothek mit der (bereits 1966 als Universitätsbibliothek bezeichneten) Bibliothek der Medizinischen Akademie vereinigt und als Universitätsbibliothek in die Universität Düsseldorf übernommen. Ein Teil des historischen Bestandes wurde von der Stadt dem neu gegründeten Heinrich-Heine-Institut übergeben. Dazu zählen u.a. die Heinrich-Heine-Sammlung, die Autographen sowie die neuzeitlichen Buchhandschriften. Die mittelalterlichen Handschriften und die Inkunabeln verblieben jedoch bei der Universitätsbibliothek.

Buchbestände aus Klöstern und geistlichen Institutionen
Den Kern des transferierten Altbestandes bilden die Anfang des 19. Jahrhunderts im Zuge der Säkularisation aus den niederrheinischen Klöstern und Stiften abgelieferten Bücher. Der in der Folge des Reichsdeputationshauptschlusses seit 1803 in die Vorgängerbibliothek der ULB gelangte Buchbesitz geistlicher Korporationen stammte aus mehr als 40 verschiedenen Institutionen.
Grundsätzlich waren nach Düsseldorf die Buchbestände der Klöster des Herzogtums Berg, des rechtsrheinischen Teils des Herzogtums Kleve, der Grafschaft Mark, der unter klevisch-märkischer Vogtei stehenden Reichsstifter Essen und Werden und später auch des Minoritenklosters der Reichsstadt Dortmund zu überstellen. De facto sind aber die Buchbestände zahlreicher der hierin einbegriffenen Klöster nie oder nur zu einem geringen Teil wirklich nach Düsseldorf gelangt.

Zusätzlich finden sich auch Werke aus Bibliotheken linksrheinischer Klöster. Es existieren jedoch keine größeren Bestandseinheiten linksrheinischer Herkunft. In der ULB nachgewiesene Bestände stammen unter anderem aus den Benediktinerabteien St. Nikolaus in Brauweiler und Groß St. Martin in Köln, der Zisterzienserabtei Kamp, dem Zisterzienserpriorat Bottenbroich und mit einzelnen Bänden aus dem Wilhelmitenkonvent Düren.

Folgende Klöster sind mit beachtlichen bis sehr bedeutenden Beständen vertreten:

Herzogtum Berg

Altenberg: Zisterzienserabtei

Benrath: Kapuzinermission

Beyenburg (Steinhaus): Kreuzbrüderkonvent

Düsseldorf: Jesuitenkolleg, Kapuzinerkonvent, Kollegiatsstift, Kreuzbrüderkonvent

Heisterbach: Zisterzienserabtei

Kaiserswerth: Kapuzinerkonvent, Kollegiatsstift

Lennep: Franziskanerkonvent

Siegburg: Benediktinerabtei, Minoritenkonvent

Wipperfürth: Franziskanerkonvent

Herzogtum Kleve

Hamborn: Prämonstratenserstift

Marienfrede: Kreuzbrüderkonvent

Marienthal: Augustinereremitenkonvent

Grafschaft Mark und das Gebiet der Reichsstifter

Essen: Jesuitenresidenz, Reichsfürstliches (Bankfürstliches) Kanonissenstift

Kentrup: Zisterzienserinnenkloster

Paradiese bei Soest: Dominikanerinnenkonvent 

Werden: Reichsunmittelbare Benediktinerabtei

 

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