Inkunabeln

Die ULB Düsseldorf verfügt unter Einschluss von 162 Mehrfachexemplaren über einen Gesamtbestand von 980 Drucken des 15. Jahrhunderts (so genannte Inkunabeln oder Wiegendrucke). Hinzu kommen 18 sorgfältig verzeichnete Fragmente, so dass sich die Zahl von 998 Titeln ergibt.

Unter den Inkunabeln sind nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand der Redaktion des „Gesamtkatalogs der Wiegendrucke“ (GW) einige wenige als „Unica“ zu werten, das heißt sie sind in keiner anderen Bibliothek erhalten. Unter den Fragmenten befinden sich als kostbare Zeugnisse ältesten Buchdrucks bzw. als seltene Relikte ausgesprochener „Verbrauchsliteratur“ unter anderem ein Fragment des 30-zeiligen Ablassbriefes (6. Druck) von 1454 (GW 6555) und zwölf Fragmente verschiedener Donatausgaben, von denen nach dem heutigen Forschungsstand zehn als ausschließlich in dieser Sammlung überliefert gelten.

Erschließung, Digitalisierung und Benutzung

Die Inkunabeln der ULB sind in einem gedruckten undefinedInkunabelkatalog vollständig verzeichnet. Als Grundlage für eine 2011 begonnene Digitalisierung des gesamten Inkunabelbestands wurden die Titelaufnahmen des gedruckten Katalogs ins Suchportal überführt. Sie können dort zur Recherche und Bestellung der Originale verwendet werden. 

Weitere undefinedRecherchewerkzeuge haben wir auf einer separaten Seiten für Sie zusammengestellt. Die Originale können Sie unter fachlicher Aufsicht im undefinedSonderlesesaal einsehen.

Druckorte

Hinsichtlich der Druckorte ist der Bestand durch die Anschaffungsgepflogenheiten der klösterlichen Vorbesitzer sehr stark regional niederrheinisch geprägt. Die überwiegende Anzahl der Inkunabeln stammt aus Köln, davon allein 80 Inkunabeln vom Kölner Erstdrucker Ulrich Zell. Besonders erwähnenswerte Drucke anderer Offizinen sind unter anderem ein vollständiges, koloriertes Exemplar der westniederdeutschen Kölner Bilderbibel (GW 4308) und ein extrem seltenes Exemplar der Erstausgabe von Wierstraets Geschichte der Belagerung der Stadt Neuss. Insgesamt sind die Rheinstädte (aufwärts bis Basel einschließlich), aber auch die gesamten Niederlande unter den Druckprovenienzen sehr stark repräsentiert.

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Ein ganz besonderes Schwergewicht liegt in den östlichen Niederlanden. Allein 55 Inkunabeln stammen aus Deventer. Die oberdeutschen Druckorte (mit Ausnahme der oberrheinischen) sind weit geringer vertreten, als allgemein bei einer deutschen Sammlung dieser Größenordnung zu erwarten ist. Der prozentuale Anteil von Paris ist für eine rheinische Sammlung sehr hoch. Von den italienischen Druckorten ist Venedig mit über 70 Inkunabeln vertreten. Darunter sind vier Drucke des für Düsseldorf wichtigen Johannes Manthen von Gerresheim, der zusammen mit Johannes de Colonia druckte. Die übrigen italienischen Inkunabelstädte sind sehr schwach vertreten.

 

 

Sprachen

Das Verhältnis zwischen lateinischen und volkssprachlichen Drucken ist gegenüber dem von der Forschung vermuteten Verhältnis für die Gesamtzahl aller Inkunabeln noch mehr zugunsten der lateinischen Titel verschoben. Bei den volkssprachlichen Drucken fällt der relativ hohe Anteil der niederdeutschen (einschließlich der westniederdeutschen, dem niederländischen "Oosters" nahe stehenden) und der relativ niedrige Anteil der hochdeutschen Texte auf.

 

 

 

 

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