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1/2 - Medizinische Akademie und Städtische Krankenanstalten

Universitätsverwaltung

Findbuch zum Bestand 1/2 (PDF-Format).

Auf eine Darstellung der Geschichte der Medizinischen Akademie Düsseldorf (gegründet 1923) bzw. ihres Vorgängers, der Akademie für praktische Medizin (gegründet 1907), sowie der mit ihnen eng verbundenen Städtischen Krankenanstalten kann an dieser Stelle verzichtet werden. Zum einen ist diese Geschichte noch in vielen Teilen unerforscht, so dass ein Überblick fragmentarisch bleiben müsste. Zum anderen sind die wichtigsten äußeren Daten und einige spezielle Probleme leicht anhand der bislang erschienenen Literatur nachvollziehbar, auf die hiermit verwiesen sei (s. Literaturverzeichnis). Es ist ja der Sinn eines archivischen Findmittels, den Weg zu den Quellen zu weisen, nicht aber Forschungsergebnisse vorwegzunehmen.

I. Überlieferungsgeschichte
Die Medizinische Akademie bzw. die Akademie für praktische Medizin waren wie die Städtischen Krankenanstalten, an denen sie angesiedelt waren, eine Einrichtung der Stadt Düsseldorf. Archivisch war daher für die Überlieferung auch zunächst das Stadtarchiv Düsseldorf zuständig, in das in den 1980er Jahren Teile der Altakten der Akademie übernommen wurden. Auch nach der Umwandlung der Akademie in eine Universität im Jahr 1965 gelangten noch Akten in das Stadtarchiv, da es damals noch kein eigenes Universitätsarchiv gab. Andere Teile sind im Verlaufe der Zeit bewusst oder unbewusst vernichtet worden. Neben Kriegsschäden des Zweiten Weltkrieges sind hier zahlreiche Selbsthilfemaßnahmen der aktenführenden Stellen zu nennen, die sich der Masse der Altakten nicht mehr erwehren konnten. Beim Bestand 1/2 des Universitätsarchivs handelt es sich um die Reste der Akten aus der Verwaltung der Medizinischen Akademie und der Krankenanstalten, die im Jahr 2001 an verschiedenen Stellen der HHU ausfindig gemacht werden konnten. Nicht eingegangen sind lediglich Promotionsakten, aus denen der eigene Bestand undefined1/1 gebildet wurde.

Die Akten stammen aus der Universitätsverwaltung, aus dem Dekanat der Medizinischen Fakultät (das nach der Universitätsgründung 1965 Teile der Aufgaben und damit die Akten der Akademieverwaltung übernommen hat) und aus dem Institut für Geschichte der Medizin, das in seinem Aktenkeller die Verwahrung eines Teils der Altakten übernommen hatte. Es ist nicht auszuschließen, dass in Zukunft noch weitere Akten aufgefunden werden, die dem Bestand 1/2 zuzuordnen sind. Es handelt sich in jedem Fall um einen Bestand, der in weiten Teilen zufällig zustande gekommen ist, enthält er doch das, was im Verlaufe von Jahrzehnten übrig geblieben, und nicht, was durch archivische Bewertung einer intakten Registratur überliefert worden ist. Überlieferungslücken sind dabei unübersehbar. Sie können nur teilweise durch die komplementäre Überlieferung im Stadtarchiv geschlossen werden.

II. Provenienzen
Die Umstände der Überlieferungsgeschichte haben zum Entschluss geführt, im Universitätsarchiv einen einheitlichen Bestand aus zwei Provenienzen zu bilden:

a) Akten der Verwaltung der Medizinischen Akademie/Akademie für praktische Medizin
b) Akten der Verwaltung der Städtischen Krankenanstalten

Diese an sich abzulehnende Provenienzmischung war zum einen notwendig, weil diese beiden Verwaltungen so eng miteinander verzahnt waren, dass bisweilen schon zur Zeit der Entstehung der Unterlagen kaum zu unterscheiden war, aus welcher aktenführenden Stelle eine Akte stammte. In manchen Fällen mischten sich auch beide Provenienzen in einer Akte. Da von den Orten, von denen aus sie in das Universitätsarchiv abgegeben wurden, kein sicherer Rückschluss auf die ursprüngliche aktenführende Stelle möglich war, hätte der für viele Akten durchaus mögliche und leicht umsetzbare Versuch einer Provenienztrennung dazu geführt, dass ein unteilbarer Rest willkürlich dem einen oder dem anderen Bestand hätte zugeordnet werden müssen.

Ein weiterer Grund sprach gegen die Provenienztrennung: Die Teile der Überlieferung, die aus dem Institut für Geschichte der Medizin stammen, wurden dort schon benutzt und ausgewertet. Akten aus beiden Provenienzen wurden dabei als einheitlicher Bestand geführt, so dass eine Trennung jetzt Verwirrung für die Benutzung erzeugt hätte. Auch wenn auf eine Trennung der beiden Provenienzen Akademieverwaltung und Verwaltung der Krankenanstalten verzichtet wurde, wurden andere Provenienzen ausgeschieden und anderen Beständen zugeordnet. Akten, deren Laufzeit erst nach 1965 begann, wurden in aller Regel entweder dem Bestand undefinedUniversitätsverwaltung (1/5) oder dem undefinedBestand Dekanat Medizinische Fakultät (3/2) zugeordnet. In beiden finden sich ebenfalls Vorakten aus der Zeit vor 1965. Vereinzelte Instituts- oder Klinikakten wurden den entsprechenden Beständen zugeordnet. Es ist wichtig festzuhalten, dass der Bestand 1/2 nur die Unterlagen der zentralen Ebene enthält, also keineswegs ein Auffangbecken für alle älteren Akten darstellt.

Einen Sonderfall bildet der undefinedBestand 1/6, der die Handakten des früheren Finanzdezernenten der Universitätsverwaltung, Heinz Pütz, enthält. Er hatte zum persönlichen Gebrauch Informationsmaterial und Teile von Akten zusammengestellt, auch aus der Zeit vor 1965. Diese wurden im Handaktenbestand 1/6 belassen, weil die Art und Weise der Zusammenstellung dokumentiert bleiben sollte. So finden sich vereinzelte Unterlagen zur Geschichte der Akademie auch hier.

III. Benutzung des Bestandes 1/2
Bei der Benutzung des Bestandes 1/2 ist zu berücksichtigen, dass die Laufzeit der Akademie-Akten 1965 mit der Umwandlung in die Universität Düsseldorf endet (ungeachtet einiger Nachakten in 1/2), während die Kliniken bis 1973 städtisch blieben. Es wurde darauf verzichtet, für diese einen künstlichen Schnitt zu ziehen und die nach 1965 entstehenden Akten dem Bestand Verwaltung des undefinedUniversitätsklinikums (3/ 9) zuzuordnen. Klinikverwaltungsakten finden sich also bis 1972 im Bestand 1/2. Die Zufälligkeiten der Überlieferungsgeschichte des Bestandes 1/2 begrenzen selbstverständlich die Auswertungsmöglichkeiten. Weder bei den Personalakten, noch bei den Serien der Protokolle der wichtigsten Gremien konnte Vollständigkeit erreicht werden.

Kern des Bestandes sind die [Pseudo-]Personalakten. Bei ihnen handelt es sich teilweise um echte Personalakten des wissenschaftlichen Personals, teilweise auch nur um Akten, die Material zu einer Person vereinen, also Pseudo-Personalakten. Deren Inhalt ist oft kaum vorhersehbar.

Einen anderen Schwerpunkt bilden die Akten aus der Verwaltung der Krankenanstalten, die sich dem Bau und der Unterhaltung von Kliniken widmen. Hier ist insbesondere unter medizin-, wirtschafts- und technikgeschichtlichen Aspekten reichhaltiges Material überliefert. Von Interesse ist auch die Abwicklung von Großbauprojekten im Klinikbereich. In erster Linie handelt es sich um die Errichtung der Medizinisch-Neurologischen Klinik und der Chirurgischen Klinik sowie um die Erweiterungsmaßnahmen für die Krankenhäuser in der Umgebung, z. B. das Krankenhaus Benrath, das 1929 infolge der Eingemeindung Benraths als Stadtteil Düsseldorfs von den Städtischen Krankenanstalten übernommen wurde, und das Haus Himmelgeist, das 1940 angegliedert wurde und im Zweiten Weltkrieg als Reservelazarett diente. Aber auch zur Planung und Durchführung der Neubauten Schwesternwohnheime, Dienstwohnungen, Apotheke und Volksbücherei sind Akten vorhanden. Ein geringerer Teil bezieht sich auf die einzelnen Institute (z. B. Institut für Elektronenmikroskopie, Institut für Gerichtsmedizin) und Kliniken (z. B. Errichtung eines Frühgeburtenzentrums) sowie die Beseitigung von Kriegsschäden an den Gebäuden. Zu den Bauprojekten existieren diverse Entwürfe, Bau- und Einrichtungspläne; einige Fotos wurden in die Fotosammlung übernommen.

Vom Ausbau der Medizinischen Akademie zur Universität ab 1965 sowie von der Übernahme der Städtischen Krankenanstalten durch das Land im Jahr 1973 geben nicht nur die Bauakten Auskunft, sondern ebenso die Verwaltungsberichte und Unterlagen des Verwaltungsausschusses. Ergänzend informieren die Akten des Krankenhausausschusses über die Inneneinrichtung der Kliniken und über Personalangelegenheiten, Behandlung von Patientinnen und Patienten, Pflegesätze und über den Kontakt zu anderen Krankenhäusern, der hin und wieder gegenseitige Besuche und Studienfahrten (z. B. nach Schweden) ermöglichte.

Zur Krankenbewegung, Bettenauslastung, Geburten- und Sterberate sowie zum Personalbestand sind eine Vielzahl von statistischen Erhebungen vorhanden.

Vermehrt finden sich Akten über Anstellung und Besoldung von Ärzten, sowohl über Praktika und Famulaturen unbezahlter, z. T. ausländischer Assistenz- und Hilfsärzte, als auch über die Wiedereinstellung von Kriegsheimkehrern und Spätheimkehrern aus der Kriegsgefangenschaft.

Einen weiteren Schwerpunkt aus dem akademischen Bereich bilden die Prüfungsakten, die neben den Unterlagen der Geschäftsführung auch einzelne Prüfungsfälle im Zeitraum 1946–1965 enthalten. Hier geht es vor allem um Anerkennung von Studienleistungen, Zulassungen zu Prüfungen, verschiedene Anträge (z. B. Anträge auf Wiederholungsprüfungen), die Einführung von Prüfungsordnungen und -gebühren.

Der Klassifikationspunkt "Restserie Angelegenheiten des Rektors, Allgemeines (Az. 10-06-01)" enthält den Rest einer umfangreichen Aktenserie gleichen Namens, die in der Universitätsverwaltung vorgefunden wurde. Da sich hier Wesentliches und Unwesentliches mischten und z. T. unterschiedliche Sperrfristen gesetzt werden mussten, wurde die vorgefundene Serie soweit möglich zu Sachakten bzw. Einzelvorgängen aufgelöst. Bei der "Restserie" handelt es sich um die Unterlagen aus der Serie, mit denen nicht so verfahren werden konnte.

Laufzeit der Akten: 1895–1982.
Umfang: 22,5 lfm.

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