7/28 - Prof. Dr. Karlheinz Idelberger (1909–2003)

Angehöriger der HHU/Mediziner

Findbuch zum Bestand 7/25.

Prof. Dr. Karlheinz Idelberger wurde am 16. April 1909 in Barmen geboren. Sein Medizinstudium an den Universitäten Würzburg, Greifswald, Innsbruck und München beendete er 1934 mit dem Staatsexamen in München. 1936 promovierte er dort zum Dr. med.

1935–1937 war er wissenschaftlicher Assistent am Kaiser-Wilhelm-Institut für Genealogie und Demographie in München, 1937 bis zur Habilitation 1941 dort Assistent an der Orthopädischen Universitätsklinik. Während des Zweiten Weltkrieges war er u. a. Beauftragter für Orthopädie beim Chef des Sanitätswesens der Luftwaffe , ab 1944 abkommandiert zu einem Fallschirmjägerlazarett in Holland. Dort geriet er in kanadische Kriegsgefangenschaft. 1945/46 war er Chefarzt eines Amputiertenlazaretts auf Norderney. Im September 1946 wurde Prof. Idelberger dann Chefarzt am Landeskrankenhaus Westerstede i. Old. Am 1.10.1947 ging er nach Göttingen, wohin auch 1948 die Umhabilitation von München erfolgte. 1950 wurde er apl. Professor. Am 1.5.1953 wurde er zum planmäßigen außerordentlichen Professor und Direktor der Orthopädischen Klinik in Gießen ernannt. 1955 wurde er dort persönlicher Ordinarius. 1960 wurde Idelberger auf den Lehrstuhl für Orthopädie der Medizinischen Akademie Düsseldorf (seit 1965: Universität Düsseldorf) berufen. 1968/69 bekleidete er das Amt des Dekans der Medizinischen Fakultät, 1969/70 das Prodekanat. Im Dezember 1977 erfolgte die Emeritierung.

Die wissenschaftliche Laufbahn Prof. Idelbergers wurde von zahlreichen Ehrungen begleitet. 1975 wurde er angesichts seiner großen Verdienste um die deutsch-japanische Zusammenarbeit zum Ehrenprofessor der Universität Kurume/Japan und zum Ehrenmitglied der Vereinigung der Orthopäden von Kyushu ernannt. Seit 1950 war er Mitglied der Association Française d´Orthopédie, die ihn 1978 zum Ehrenmitglied ernannte. Hinzu kommt die Mitgliedschaft in zahlreichen weiteren in- und ausländischen Verbänden und Vereinigungen. Sein internationales Engagement wird durch Publikationen und Vorträge in französischer und englischer Sprache belegt.

Hauptarbeitsgebiete waren die Erbpathologie angeborener Fehlbildungen (u. a. Zwillingsforschung) sowie Klinik und Pathologie der Wirbelsäule und des Schultergelenks. Die über 100 wissenschaftlichen Publikationen widmen sich jedoch noch zahlreichen weiteren Themen der Orthopädie. Wichtigste und einflussreichste Publikation war neben einer Reihe von Handbuchartikeln das Lehrbuch der Orthopädie, das mehrere Auflagen und eine Übersetzung in das Italienische erfuhr. Prof. Dr. Karlheinz Idelberger verstarb am 29.5.2003.

Der Nachlass wurde ungeordnet übernommen. Die meisten Archivalieneinheiten bestehen zwar aus vorgefundenen Einheiten (Mappen, Hefter, Ordner), aber deren Verhältnis zueinander war unklar, ebenso bisweilen die Datierung. Der Erschließung gingen daher Sortieren und eine vorsichtige Bewertung voran. Ausgeschieden wurden Dubletten und Sonderdrucke von Publikationen, die im Verzeichnis der wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Jahr 1978 (s. Best. Nr. 16) verzeichnet und im Bestand der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf verfügbar sind. Der wichtigste Teil des Nachlasses besteht aus Publikationen bzw. den Vorarbeiten dazu. Es handelt sich also um einen im besten Sinne des Wortes wissenschaftlichen Nachlass, der die wissenschaftliche Lebensleistung Prof. Idelbergers breit dokumentiert. Insbesondere sein einflussreiches Lehrbuch der Orthopädie ist in verschiedenen Entstehungsstufen bzw. Auflagen greifbar.

Laufzeit der Akten: 1937–2003.
Umfang: 1,1 lfm.

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