7/4 - Prof. Dr. Dr. Alwin Diemer (1920–1986)

Angehöriger der HHU/Geisteswissenschaftler

Alwin Diemer wurde 1963 als Ordinarius für Philosophie an die Medizinische Akademie Düsseldorf berufen. Damit war er der erste Geisteswissenschaftler an der Akademie, zu deren Ausbau zu einer Universität mit drei Fakultäten er in der Folge maßgeblich beitrug. Nach der Umwandlung der Medizinischen Akademie zur Universität am 16.11.1965 wurde er 1966 erster Dekan der neuen, noch kombinierten Naturwissenschaftlich-Philosophischen Fakultät, 1968 erfolgte die Wahl zum Rektor (bis 1970) und anschließend zum Prorektor (bis 1972). Er gehörte zahlreichen Kommissionen an, so u. a. der Haushalts- und Personalkommission, der Baukommission und dem Vorstand des Universitätsrechenzentrums.

Daneben widmete er sich zahlreichen außeruniversitären Aktivitäten: 1963–1974 war er regelmäßig Gastprofessor in den USA (Universität Princeton u. a.), erhielt seit 1972 häufig Einladungen der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, hinzu kamen u. a. Gastvorlesungen an Universitäten Spaniens, Jugoslawiens, Italiens, Polens, Brasiliens und Venezuelas. Von 1966–1970 war Diemer Geschäftsführer der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Deutschland e. V., seit 1967 Vorsitzender der Thesaurus-Kommission der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation, 1972–1975 Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation, 1971–1974 Vizepräsident und anschließend bis 1977 Präsident der Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte e.V. Viele Jahre war er Gutachter für die Fachbereiche Philosophie und Pädagogik bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Vorsitzender des entsprechenden Ausschusses für Wissenschaftstheorie (seit 1973). Zu den Höhepunkten seiner Laufbahn zählte die Präsidentschaft des Exekutivkomitees der "Federation Internationale de Sociétés de Philosophie" (FISP), in deren Zusammenhang er 1978 den 16. Weltkongress für Philosophie in Düsseldorf veranstalten konnte. 1978–1983 war Diemer Präsident des Gesamtverbandes und anschließend Ehrenpräsident. Schon 1969 hatte unter Diemers Planung der IX. deutsche Philosophiekongress in Düsseldorf stattgefunden.

Der Nachlass umfasst Unterlagen sowohl zu seinem philosophischen Denken und Arbeiten im engeren Sinne als auch zu seinen weiteren dienstlichen und wissenschaftlichen Aktivitäten in vergleichsweise hoher Dichte. Die Benutzung unterliegt teilweise einer besonderen Genehmigung.

Laufzeit: 1908–1986.
Umfang: 16,5 lfm.

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