HHU StartULBForschen und ErkundenUniversitätsarchivBeständeübersicht8/6 - Glasplattennegative Walter und Elisabeth von Oettingen

8/6 - Glasplattennegative aus Nachlass Walter und Elisabeth von Oettingen

Der Glasplattennachlass Walter und Elisabeth von Oettingens umfasst 640 teilweise kolorierte Glasplattennegative in fünf verschiedenen Größen, wahrscheinlich entstanden in einem Zeitraum von einunddreißig Jahren (geschätzt: 1887–1918).

Neben Familienfotos und Reisebildern wird v. a. die Tätigkeit der von Oettingens für das Livländische bzw. Deutsche Rote Kreuz im Russisch-Japanischen (1904–1905) und im Ersten Weltkrieg (1914–1918) dokumentiert.
Einige der kolorierten Glasplattennegative sind Bestandteil eines Lichtbildvortrags über die Tätigkeit des Ehepaars von Oettingen für das Livländische Rote Kreuz im Russisch-Japanischen Krieg (1904/1905), den Elisabeth von Oettingen vor mehreren Vereinen in Berlin und Umgebung hielt. Die kolorierten Glasplatten stammen ausschließlich aus der Zeit des Russisch-Japanischen Krieges.

Russisch-Japanischer Krieg (19041905)

Die 204 während des Russisch-Japanischen Krieges aufgenommenen Fotos zeigen neben einigen Haltestationen der Transsibirischen Eisenbahn russisches Militärwesen und Szenen aus dem Alltagsleben der zivilen Land- und Stadtbevölkerung in Sibirien und China und ihre Berührungspunkte mit zumeist russischem Militär. Außerdem wird die Tätigkeit des Livländischen Feldlazaretts dokumentiert (Desinfektion, Behandlung und Unterbringung Verwundeter, Transportmittel zur Beförderung Verwundeter). Ferner finden sich einige Fotos vom Kriegsschauplatz bei Mukden: gefallene Soldaten und die Errichtung von Massengräbern.

Erster Weltkrieg

Der zahlenmäßig bedeutendste Anteil Glasplattennegative umfasst 307 Aufnahmen aus dem Ersten Weltkrieg. Hier findet sich eine ausführliche fotografische Dokumentation des Vereins-Lazarettzuges L, von der Innenstruktur, der Zugbesatzung und der Darstellung des Verwundetentransports bis hin zu den Einsatzorten, den zivilen Besucherinnen und Besuchern, der Begegnung mit Militär und der Zerstörung eines Teil des Zuges durch französische Flieger. Daneben gibt es Aufnahmen, aus denen man indirekt die Einsatzorte des Lazarettzuges erschließen kann: Stadtpanoramen und Sehenswürdigkeiten, Alltagsszenen aus dem Leben der Zivilbevölkerung, deutsches Militärwesen (vorwiegend in Frankreich) und Schäden durch Bomben an Häusern und Brücken. Ein kleiner Teil der Glasplatten zeigt die Aufenthaltsorte der vier Kinder des Ehepaars von Oettingen, zum einen die Odenwaldschule in Ober-Hambach und zum anderen Eisenach, der Wohnort der Eltern Elisabeth von Oettingens.

Laufzeit der Akten: ca. 1887–1918.
Umfang: 1,5 lfm.

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