Checkliste richtiges Zitieren

Wissen Sie, zu welchem Zweck Sie zitieren dürfen?

  • Zu welchem Zweck Sie Materialien Anderer zitieren dürfen, ist im undefinedUrheberrechtsgesetz § 51 geregelt. Wichtig ist insbesondere die Vorgabe, dass Sie Inhalte „zur Erläuterung des Inhalts“ Ihrer eigenen Arbeit zitieren dürfen. Das heißt im Umkehrschluss, dass Sie keine Materialien zitieren dürfen, die nicht der Erläuterung Ihrer Gedanken dienen, die also beispielsweise lediglich den Zweck erfüllen, Ihre Arbeit auf eine bestimmte Seitenlänge zu strecken oder Ihre Arbeit durch wohlformulierte Passagen zu schmücken. Neben dem Urheberrechtsgesetz finden Sie in der undefinedOrdnung für die Grundsätze zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Vorgaben zum richtigen Gebrauch von Zitaten.

Wissen Sie, welche Informationen Sie mit Quellenangaben belegen müssen?

  • Grundsätzlich sollten Sie alles, was Sie aus fremden Quellen wörtlich oder inhaltlich übernehmen zitieren. Alles, was nicht mit einer Quellenangabe versehen ist, wird nämlich als Ihre Meinung oder Erkenntnis gelesen. Lediglich Informationen, die dem Allgemeinwissen oder dem Grundwissen in ihrem Fachgebiet zuzuordnen sind, brauchen nicht mit Quellen belegt zu werden. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, lieber zu viele Quellenangaben zu machen als zu wenige.

Wissen Sie, welcher Zitierstil bzw. welche Zitierregeln von Ihnen im Rahmen Ihrer Fachdisziplin erwartet werden?

  • Zitierstile sind in der Regel fachspezifisch. Es gibt jedoch im deutschsprachigen Raum nicht für jedes Fach einen standardisierten und verbindlichen Zitierstil, sondern häufig kommen mehrere Zitierstile in Frage. Einige Fachbereiche der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf veröffentlichen ihre Zitiervorgaben auf ihren WebseitenWenn dies nicht der Fall ist, empfiehlt es sich, bei Ihren Dozierenden zu erfragen, welche Zitiervorgaben es am Fachbereich gibt. Egal, mit welchem Zitierstil Sie arbeiten, wichtig ist, dass Sie innerhalb eines Dokuments einen einheitlichen Zitierstil anwenden.

Kennen Sie den Unterschied zwischen einem wörtlichen und einem paraphrasierenden Zitat?

  • Beim wörtlichen Zitat handelt es sich um die wortwörtliche Wiedergabe einer Passage aus einer fremden Quelle. Das heißt, dass auch im Originaltext enthaltene Rechtschreibfehler, Hervorhebungen etc. im Zitat wiederzugeben sind. Diese werden entsprechend gekennzeichnet. Ebenso werden durch den Zitierenden vorgenommene Veränderungen gekennzeichnet, z. B. Auslassungen oder Hervorhebungen. Kurze wörtliche Zitate (i.d.R. bis zu einer Länge von drei Zeilen) werden in Anführungszeichen gesetzt. Längere wörtliche Zitate werden in der Regel eingerückt.
  • Beim paraphrasierenden Zitat handelt es sich um die Wiedergabe fremder Gedanken mit eigenen Worten. Die Paraphrase kann sich auf eine einzelne Textstelle, einen Absatz oder eine umfangreichere Passage bzw. ein ganzes Kapitel beziehen. Wichtig hierbei ist, die fremden Gedanken tatsächlich mit eigenen Worten neu zu formulieren und in die eigene Argumentationsstruktur einzuordnen. Wenige Worte aus der Vorlage zu verändern, reicht nicht aus. Bei paraphrasierenden Zitaten muss genauso wie bei wörtlichen Zitaten eine Quellenangabe gemacht werden.

Wissen Sie, in welchen Fällen wörtliche und in welchen Fällen paraphrasierende Zitate eingesetzt werden?

  • Wörtliche Zitate sind sparsam einzusetzen, nämlich nur, wenn der genaue Wortlaut des Zitats für das Verständnis eines Sachverhalts erforderlich ist. Dies kann z.B. bei Definitionen der Fall sein oder bei Texten, die im Rahmen sprach- oder literaturwissenschaftlicher Fragestellungen analysiert werden.
  • In den meisten Fällen ist der genaue Wortlaut des Zitats nicht relevant für das Verständnis. Für alle diese Fälle ist das paraphrasierende Zitat vorgesehen.

Wissen Sie, welche Art von Literatur im Rahmen wissenschaftlichen Arbeitens zitiert werden darf?

  • Grundsätzlich zitierfähig sind publizierte Quellen, d.h. Quellen, die veröffentlicht und damit für alle interessierten Personen zugänglich sind. In der Regel sind solche Quellen über den Buchhandel, Bibliotheken oder über das Internet erhältlich. Typische publizierte Quellen sind z.B. wissenschaftliche Literatur, Zeitungen und Zeitschriften, Gesetzestexte, Berichte von Unternehmen oder anderen Organisationen und veröffentlichte Statistiken.
  • Nicht publizierte, sogenannte graue Literatur ist nur eingeschränkt zitierfähig, da diese Quellen nicht für jede interessierte Person gleichermaßen zugänglich sind. Unter grauer Literatur versteht man Literatur, die nicht im Buchhandel erschienen ist, sondern beispielsweise im Eigenverlag oder als Privatdruck verbreitet wird, z.B. Vorlesungsskripte, Vortragsfolien von Konferenzen oder E-Mails. Wenn Sie in Ausnahmefällen wichtige Informationen nur aus grauer Literatur beziehen können, empfiehlt es sich, Rücksprache mit Ihren Dozierenden hinsichtlich des Umgangs mit diesen Quellen zu halten. Eine Lösung kann beispielsweise darin bestehen, die nicht publizierten Quellen in einem Anhang der eigenen Arbeit anzufügen. Für die Verwendung nicht publizierter Quellen in Ihrer Arbeit ist auf jeden Fall die Zustimmung des Urhebers einzuholen.
  • Wenn vorliegend, sollten Sie immer Originalbeiträge zitieren. Sekundärzitate, also Quellen, die Sie selbst nicht eingesehen haben, sondern nur durch Zitierung in einem anderen Werk kennen, sollten Sie nur verwenden, wenn die Originalbeiträge nicht mit vertretbarem Aufwand zu beschaffen sind. Eine Fernleihbestellung gilt hierbei auf jeden Fall als vertretbarer Aufwand. Ein Werk einzusehen, das ausschließlich in der Nationalbibliothek von Buenos Aires vorhanden ist, würde dagegen für eine Haus- oder Bachelorarbeit vermutlich nicht von Ihnen erwartet. Sekundärzitate sind als solche zu kennzeichnen, z.B. „Mustermann, zit. nach Musterfrau 2015“.
  • Lehrbücher fassen das Wissen eines Faches komprimiert zusammen und beruhen auf veröffentlichten wissenschaftlichen Quellen. Sie sind somit als Sekundärquelle einzustufen. Besser ist es, die Originalquelle zu zitieren. In einigen Fachbereichen ist das Zitieren aus Lehrbüchern erlaubt. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich, Ihre Dozierenden zu fragen, wie es in Ihrem Fach üblich ist.
  • Achten Sie neben der Zitierfähigkeit auch auf die Zitierwürdigkeit bzw. Wissenschaftlichkeit Ihrer Quellen.

Wissen Sie, wie man zitierwürdige Quellen erkennt?

  • Zitierwürdig ist eine Quelle, wenn sie wissenschaftlichen Qualitätsansprüchen genügt. Wikipedia-Artikel oder Boulevardzeitschriften und –zeitungen beispielsweise sind keine zitierwürdigen Quellen für wissenschaftliche Arbeiten. Beispiele für wissenschaftliche Quellen sind Monographien, Sammelbände, Fachzeitschriften, Fachbücher, Dissertationen und Habilitationen, Kongressschriften, Festschriften für Gelehrte und Forschungsberichte. Sie können davon ausgehen, dass eine Quelle wissenschaftlich ist, wenn
    • der Autor dem wissenschaftlichen Kontext entstammt, also Angehöriger einer Universität oder einer anderen wissenschaftlichen Institution ist oder war,
    • die Quelle in einer Fachzeitschrift oder in einem Wissenschaftsverlag oder auf dem Webserver einer wissenschaftlichen Einrichtung oder Bibliothek veröffentlicht ist,
    • die Quelle peer reviewed ist, d. h. von ein oder mehreren anderen Wissenschaftlern begutachtet worden ist,
    • die Quelle eine Dissertation oder Habilitation ist, die als Prüfungsleistung per se einem wissenschaftlichen Peer-Review-Prozess unterliegt,
    • die Quelle Zitate, Fußnoten, ein Literaturverzeichnis, ggf. Abkürzungs- und Abbildungsverzeichnisse und ggf. ein Abstract enthält,
    • der Aufbau der Arbeit wissenschaftlich ist. D.h., die Quelle behandelt eine konkrete wissenschaftliche Fragestellung und ist gegliedert nach Einleitung, Hauptteil und Schluss bzw. Fazit.

Wissen Sie, unter welchen Bedingungen Sie nichtwissenschaftliche Quellen zitieren können?

  • Nichtwissenschaftliche Quellen sind beispielsweise Geschäftsberichte von Unternehmen, Veröffentlichungen von Behörden und Institutionen, Experten-Interviews, Tages- und Wochenzeitungen oder Publikumszeitschriften.
  • In Einzelfällen können nichtwissenschaftliche Quellen Material wissenschaftlicher Arbeiten sein und entsprechend zitiert werden. Zum einen können solche Quellen Forschungsgegenstand einer Arbeit sein, beispielsweise bei einer Themenstellung wie „Das Bild der Frau in den Publikumszeitschriften der Jahre 1950 bis heute“. Zum anderen können nichtwissenschaftliche Quellen Informationen enthalten, die in der wissenschaftlichen Literatur (noch) nicht zu finden ist, z.B. zu aktuellen politischen Themen. Bei solchen Themen kann es angebracht sein, Informationen aus einer Tages- oder Wochenzeitung zu zitieren. Die Zitierwürdigkeit dieser Quellen können Sie prüfen mit Blick auf
    • die Position des Urhebers des Artikels: Steht der Urheber in einem direkten Kontext zum Thema, ist der Artikel ein Gastbeitrag eines Wissenschaftlers? Ist der Artikel Anlass für eine wissenschaftliche Untersuchung des Problems?
    • die Richtigkeit der Informationen und sprachliche Korrektheit.
  • Des Weiteren helfen folgende Fragen, die Zitierwürdigkeit nichtwissenschaftlicher Quellen im Einzelfall zu prüfen:
    • Wie aktuell ist die Quelle?
    • Welche Zielgruppe (Fachpublikum oder allgemeine Öffentlichkeit) wird angesprochen?
    • Wird mit der Quelle eine Absicht verfolgt? Ist die Darstellung objektiv oder aus Sicht einer Interessengruppe geschrieben?
    • Sind angegebene Zahlen verlässlich? Auf welche Statistik beziehen sie sich?

Wissen Sie, welche Angaben in eine Quellenangabe gehören?

  • Unabhängig vom gewählten Zitierstil und unabhängig von der Publikationsform (Buch, Zeitschrift, Internetquelle etc.) gehören in eine vollständige Quellenangabe folgende Informationen:
    • an der Publikation beteiligte Personen: Autor, Herausgeber, herausgebende Institution, Übersetzer etc.
    • der vollständige Titel der Publikation
    • die zeitliche Angabe: Erscheinungsjahr, Auflage, Zugriffsdatum
    • bei Büchern: Erscheinungsort, ggf. Verlag
    • bei Aufsätzen: Titel der Zeitschrift/Zeitung/des Sammelwerks sowie Band-, Heft- und Seitenzählung
    • bei Internetquellen: URL, URN, DOI

Wissen Sie, wie ein Literaturverzeichnis standardmäßig aufgebaut ist?

  • Standardmäßig wird das Literaturverzeichnis alphabetisch nach Autornamen und chronologisch nach Erscheinungsjahren geordnet. Mehrere Texte desselben Autors aus demselben Jahr werden zur eindeutigen Identifizierbarkeit mit kleinen Buchstaben gekennzeichnet (2003a, 2003b…) oder durch einen Kurztitel.

Wissen Sie, was beim Zitieren von Internetquellen zu beachten ist?

  • Beim Zitieren von Internetquellen ist zu beachten, ob es sich um flüchtige bzw. dynamische Quellen handelt. E-Books und Artikel in E-Journals sind, was das Zitieren betrifft, vergleichbar mit gedruckten Publikationen, denn ein Verschwinden oder eine Veränderung der Inhalte ist nicht zu befürchten. Durch Angabe eines persistenten Identifikators in Form von DOI (Digital Object Identifier) oder URN (Uniform Resource Name) stellen Sie die Wiederauffindbarkeit des Dokuments unabhängig vom aktuellen oder zukünftigen Speicherort sicher.
  • Andere Internetquellen wie (tagesaktuelle) Webseiten, Blogs oder Foren aktualisieren ihre Inhalte fortlaufend. Deshalb ist beim Zitieren solcher Quellen das Zugriffsdatum anzugeben. Manche dynamische Seiten wie beispielsweise die Wikipedia stellen einen sogenannten Permalink zur Verfügung, anhand dessen auf die verwendete Version der Seite verwiesen werden kann, auch wenn die Seite später aktualisiert wurde. Bei flüchtigen bzw. dynamischen Internetquellen empfiehlt es sich, deren Zitierwürdigkeit kritisch zu prüfen, da diese Quellen oft nicht als wissenschaftlich zu werten sind. Sie sollten die Zitierwürdigkeit einer Internetquelle beispielsweise in Frage stellen, wenn
    • der Autor der Seite nicht namentlich genannt ist, einen Nickname oder Kürzel verwendet,
    • die Quelle im Rahmen einer Kommentarfunktion oder eines Forums erscheint und keiner Institution zugeordnet werden kann, der Autor anonym bleibt,
    • es kein vollständiges Impressum für die Seite gibt,
    • keine weitere Informationen über den Autor und seine Qualifikation zu ermitteln sind,
    • mit der Seite Werbeeinnahmen erzielt werden sollen, z. B. durch Werbebanner oder Anzeigen,
    • die Domainnamen nicht seriös sind, sondern eher privaten oder werblichen Charakter haben,
    • der Text nur einen geringen Informationsgehalt hat, keine Quellen angegeben werden oder aus einer subjektiven Sichtweise geschrieben ist,
    • der Text keiner wissenschaftlichen Institution oder öffentlichen Einrichtung/Behörde zuzuordnen ist,
    • der Text auf den Seiten von Parteien oder weltanschaulich gebundenen Institutionen, Firmen oder kommerziellen Anbietern zu finden ist,
    • wenn eine Überschrift bzw. Headline nicht eindeutig feststellbar ist.
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