Lesung mit Moritz Führmann

©Sandra Then

Zum Abschluss der Ausstellung „50 Jahre Thomas-Mann-Sammlung ‚Dr. Hans-Otto Mayer‘ an der HHU Düsseldorf“ lädt die Universitäts- und Landesbibliothek zu einer Lesung aus Thomas Manns Roman Lotte in Weimar ein. Es liest der Düsseldorfer Schauspieler Moritz Führmann, der neben seinem Engagement am Düsseldorfer Schauspielhaus auch immer wieder in Fernsehproduktionen mitwirkt. Die Lesung findet am 20. Januar 2020 um 18 Uhr im Vortragsraum der Bibliothek (Geb. 24.41) statt.

Thomas Manns tragikomischer Roman über Johann Wolfgang von Goethe erzählt die Begegnung der gealterten und verwitweten Charlotte Kestner, geb. Buff aus Wetzlar, mit dem inzwischen 67jährigen Dichter. 44 Jahre sind seit ihrem letzten Treffen vergangen. Charlotte reist unter dem Vorwand, ihre Schwester besuchen zu wollen, nach Weimar, in Wirklichkeit aber um ihre Jugendliebe Goethe wiederzusehen. Goethe hatte sie zum Vorbild für die Figur der Lotte in seinem bekannten Sturm-und Drang-Roman Die Leiden des jungen Werther gemacht. Nicht nur auf Charlottes Leben hatte Goethe einen tiefgreifenden Einfluss, sondern auch auf das der anderen Protagonisten des Romans. Auch sie leiden unter seiner Kälte und unter seiner „vernichtenden Gleichmut“, die aus seiner Größe resultieren. Der gealterte Goethe möchte von seiner Jugendliebe nichts mehr wissen. „Konnt‘ sie sich’s nicht verkneifen, die Alte, und mir’s nicht ersparen?“ – so Goethes Reaktion auf die Ankündigung, dass Charlotte sich in der Stadt aufhält. Dennoch lädt er sie, ihre Familie und einige Bekannte zum Mittagessen ein.

Moritz Führmann präsentiert die Szene, in der Thomas Mann das Erwachen Goethes am Morgen beschreibt, sowie Szenen aus den Tischgesprächen, die anlässlich des Mittagessens im Hause Goethes geführt werden und auch aktualisierende Einsprengsel zur Deutschen-Kritik und zur Judenverfolgung enthalten.

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