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Auswärtsspiel – Archiv

Der Rhein

Der Rhein - Bilder vom Strom und Fluss des Lebens
26. September 2024 bis 23. März 2025
Museum August Macke Haus

Die bildkünstlerische Sicht auf den Rhein und seine Uferlandschaften war zu kaum einer Zeit vielseitiger als in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. In zahlreichen Werken vor allem der jungen fortschrittlichen Künstlerschaft des Rheinlands erscheint der nahe gelegene Strom motivisch, stilistisch und metaphorisch in vielfältiger Ausprägung.

Dies resultierte zum einen aus der Auseinandersetzung mit verschiedenen avantgardistischen Kunstströmungen, die gerade in rheinischen Städten wie Düsseldorf und Köln durch eine rege internationale Ausstellungstätigkeit vermittelt wurden. Zum anderen war sie eine Folge tiefgreifender politischer, wirtschaftlicher und sozialer Umbrüche und Veränderungen, die sich vor und nach dem Ersten Weltkrieg vollzogen.

Die Identifikation mit dem Rhein bzw. dem Rheinland war unter den Kunstschaffenden hoch. Kaum eine Vereinigung formierte sich, die den Rhein nicht in ihrem Namen trug. So benannte August Macke 1913 die mit ihm im Rheinland nach einem neuen künstlerischen Ausdruck strebenden Künstlerinnen und Künstler in Abgrenzung zu den avantgardistischen Zirkeln in Berlin und München Identität stiftend als „Rheinische Expressionisten“. In Düsseldorf formierten sich 1919 „Das Junge Rheinland“, 1923 die „Rheingruppe“ und 1928 die „Rheinische Sezession“.

Der ideologisch aufgeheizte „Kampf um den Rhein“ nach dem Ersten Weltkrieg und die von Ende 1918 bis 1930 andauernde Besetzung des Rheinlands durch die alliierten Siegermächte rief zunehmend reaktionäre Kräfte hervor und beschwor traditionelle Werte. Mit der Abkehr vom formauflösenden Expressionismus beruhigte und verfestigte sich die Bildsprache bei vielen Künstlerinnen und Künstlern. Es setzte sich eine nüchterne neusachliche Sicht auf den Rhein durch, die gegen Ende der 1920er Jahre vermehrt weltentrückte neoromantische Züge annahm.

Die Ausstellung folgt dem Rhein motivisch stromaufwärts vom Niederrhein bis zum beginnenden Oberrhein mit signifikanten Positionen vom Spätimpressionismus bis zur Neoromantik.

Zu sehen sind rund 120 Werke unterschiedlicher Techniken aus öffentlichem wie privatem Besitz u. a. von August Macke, Theo Champion, August Deusser, Herm Dienz, Hans Dornbach, Ernst Isselmann, Franz M. Jansen, Willa Kramme, Fifi Kreutzer, Helmuth Macke, Carlo Mense, Alexander Mohr, Heinrich Nauen, Walter Ophey, August Sander, Henriette Schmidt-Bonn, Paul A. Seehaus, Franz W. Seiwert, William Straube, Hans Thuar, Hans Trimborn, Erich Winter.

Aus dem Bestand der ULB Düsseldorf wird ein Werk des deutschen Schriftstellers Carl Maria Weber (1890-1953) präsentiert, mit Lithographien nach Zeichnungen u.a. von Alexander Mohr: Der ekstatische Fluss Rheinklänge ohne Romantik. Die diesem Bande beigegebenen Zeichnungen sind Originalsteindrucke der rheinischen Graphiker Franz M. Jansen, Alexander Mohr, Oskar Raber und wilhelm Schmetz. Düsseldorf. Bagel, 1921
Signatur: DLIT 3879(4)


Marc Chagall

Marc Chagall - Bildsprache
01.03.2025 bis 09.06.2025
Kunstmuseum Pablo Picasso

Mit über 120 Gemälden, Zeichnungen und Grafiken geht die Ausstellung den schöpferischen Paarungen und Verflechtungen zwischen Bildender Kunst und Literatur im Schaffen von Marc Chagall nach. Der amerikanische Schriftsteller Henry Miller nennt ihn einen „Dichter mit den Flügeln eines Malers.“

Der Malerpoet Chagall schreibt mit Anfang 30 seine Autobiografie „Mein Leben“ und versieht das Werk mit Illustrationen, die ein humorvoll zärtliches Bild seiner weißrussischen Heimat und seiner Verwandten zeichnen.Er malt zeitlebens mit Worten und Klängen und nutzt die Bildlichkeit der Sprache. Seine jiddische Muttersprache ist oftmals Inspirationsquelle für Motive seiner Gemälde. So stellt der mit dem Künstler befreundete Schriftsteller Leo Koenig fest: „Chagall sieht mithilfe der oder durch die jiddische Sprache.“

Die ULB Düsseldorf beteiligt sich mit 17 Werken der jiddischen Literatur.


Ruth Hallensleben

Ruth Hallensleben. Auftragsfotografien 1931 - 1973
10.02.2025 bis 24.08.2025
Stiftung Ruhr Museum

Die Fotografin Ruth Hallensleben (1898 -1977, geb. und gestorben in Köln) war vor allem in den Bereichen Landschaft, Architektur, Industrie, Porträt, Reise und Werbung aktiv. Die zunächst in Köln, später in Wiehl und Wuppertal lebende Hallensleben war bekannt für ihre idealisierten Darstellungen und ihre präzisen Inszenierungen. Bislang ist Ruth Hallensleben vorrangig als Industriefotografin ausgestellt worden; nun werden zum ersten Mal Bilder aus allen ihren Arbeitsfeldern gezeigt.

Die Galerieausstellung zeigt mehr als 120 Fotografien als Originalabzüge und neu angefertigte Reprints sowie in Monitorprojektionen und in Firmenschriften, welche diie gesamte Bandbreite des Schaffens Hallenslebens umfassen und damit den Nachlass erstmals in seiner ganzen Vielschichtigkeit abbilden. In den insgesamt 14 Kapiteln sind Aufnahmen aus den Bereichen Industrie, Landschaft, Porträt, Reise sowie Werbung zu sehen.

Aus dem Bestand der ULB Düsseldorf werden Festschriften zu Jubiläen der Firmen Kabelwerke Reinshagen und Böhler mit Fotografien von Ruth Hallensleben präsentiert:
Kabelwerke Reinshagen GmbH, Wuppertal-Ronsdorf 1874 - 1964. Ruth Hallensleben (u.a.). Darmstadt. Hoppenstedts Wirtschafts-Archiv, 1964. Signatur: H.u.G. 6067(4)
25 Jahre Böhler, Düsseldorf. Wien. Gebr. Böhler, 1940. Signatur: H.u.G. 2462(4)


Vergessen – Verkannt?

Vergessen – Verkannt?
Schüler der Düsseldorfer Kunstakademie aus dem Paderborner Land im 19. Jahrhundert
31. August bis 03. November2024

Kreismuseum Wewelsburg

Die Namen und Werke der Maler Friedrich Becker, Ludwig Erdmann, Friedrich Wilhelm Heithecker, Franz Xaver Laudage, Paul Graf von Merveldt, Franz Thöne und Max Todt sind heute nahezu unbekannt. Sie alle stammten aus dem Paderborner Land und haben im 19. Jahrhundert an der „Königlich-Preußischen Kunstakademie“ in Düsseldorf studiert, damals eine der international renommiertesten Ausbildungsstätten für bildende Künstler.

Aus dem Bestand der ULB Düsseldorf werden die Düsseldorfer Monathefte von 1852 und 1853 präsentiert, Signatur: 19 zb 6666

Hier geht es zum Digitalisat.


Leben mit dem Tod

Leben mit dem Tod - Über Abschied, Tod und Trauer
17. März bis 29. September 2024

Niederrheinisches Freilichtmuseum Viersen

Der Tod stellt für jeden Menschen (zunächst) das Ende des irdischen Lebens dar. Das Bewusstsein über das Ableben erdet die Menschen, aber die Angst davor führt nicht selten auch zu seiner  gedanklichen Verdrängung. So betrifft der Tod nicht nur die Toten selber, sondern auch die Lebenden. Die Ausstellung möchte daher die Sicht auf beide Seiten lenken, auf den Sterbeprozess  und den Tod sowie auf die Trauer und den Umgang damit. Welche Bräuche und Rituale fanden und finden sich am Niederrhein und wie wirken gesamtgesellschaftliche Veränderungen heute auf diese Prozesse?

Aus dem Bestand der ULB Düsseldorf wird ein Werk des deutschen Mediziners Johann Peter Brinckman (1746-1785) präsentiert: Johann Peter Brinckmann. Beweis der Möglichkeit, daß einige Leute lebendig können begraben werden. Düsseldorf [u.a.]. Baermann, 1772
Signatur: M -1-152

Hier geht es zum Digitalisat.


20.000 Kilometer unter dem Roten Kreuz

20.000 Kilometer unter dem Roten Kreuz
Vom 10. März 2024 bis 15. September 2024
Wilhelm-Fabry-Museum Hilden  
Ausstellungsseite des Fabry-Museums

Er war Chirurg, sie OP-Schwester. Das Ehepaar Dr. Walter und Elisabeth von Oettingen fuhr mit Lazarettzügen des Roten Kreuzes zu Beginn des 20. Jahrhunderts an die Kriegsfronten und dokumentierte mit der Kamera ihre Reisen in einem Hospital auf Schienen. So entstanden, zuerst vor der Kulisse des heute fast völlig vergessenen Russisch-Japanischen Krieges 1904/05, ungewöhnliche Fotos, die neben der medizinischen Arbeit, die Landschaft und die Menschen in einem fernen und fremden Land zeigen.
Die Fahrt der baltendeutschen Sanitätstruppe mit der Transsibirischen Eisenbahn, Alltagsszenen aus Sibirien und der Mandschurei, der Aufbau des Feldlazarettes, Transport und Behandlung von Verwundeten werden in Aufnahmen von bemerkenswerter technischer Qualität festgehalten.
Bereits 1905 veröffentlichte Elisabeth von Oettingen ihre abenteuerlichen Erlebnisse in dem Buch „Unter dem Roten Kreuz im Russisch- Japanischen Kriege“. Dieser fesselnde Bericht beschreibt nicht ohne Hintersinn ein spannendes Kapitel der Medizingeschichte. In der Folge zeigten Elisabeth und Walter von Oettingen ihre Fotoplatten aus dem Russisch- Japanischen Krieg auch in zahlreichen Lichtbildvorträgen, um Spenden für das Rote Kreuz zu sammeln. Als der Erste Weltkrieg ausbrach, machten sich die von Oettingens erneut im Lazarettzug „Kronprinzessin Cecilie“ auf die Reise an die Fronten eines Konfliktes, der zum Trauma des beginnenden 20. Jahrhunderts werden sollte.
Es ist dem bekannten Arzt und Medizinhistoriker Prof. Dr. med. Dr. h.c. Hans Schadewaldt zu verdanken, dass der Oettingen-Nachlass erhalten werden konnte.
Von 1965 bis 1991 war er Direktor des Instituts für Geschichte der Medizin an der Heinrich- Heine-Universität Düsseldorf und in seiner Zeit als Lehrstuhlinhaber erwarb Schadewaldt 645 Glasplattennegative, die Elisabeth und Walter von Oettingen im Russisch-Japanischen Krieg 1904/05 und im Ersten Weltkrieg anfertigten.
Schadewaldt hatte zugleich auch besondere Bezüge zu Hilden und zur ambulanten Wundversorgung. Im Zweiten Weltkrieg fuhr er auf Minenräumern der Kriegsmarine und war von 1945 bis 1948 Hilfsarzt in französischen Kriegsgefangenenlazaretten. In den 1970er Jahren setzte er sich für ein neues medizinhistorisches Museum in Hilden ein, das nun den Nachlass erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Neben den Kriegsmotiven finden sich auch Familienfotos und Reiseaufnahmen in der Sammlung, die bis heute im Archiv der Heinrich-Heine-Universität beheimatet ist. Die fragilen Glasplatten- Fotografien sind ein faszinierendes historisches Dokument und vermitteln eine Vielzahl an Details über Leben und Wirken von Medizinern zu Beginn das 20. Jahrhunderts.
Komplementiert wird die Ausstellung durch schriftliche Dokumente und Memorabilien des Ehepaars.
 

Viele der Ausstellungsstücke stammen aus dem Universitätsarchiv Düsseldorf (Bestände 8/4 und 8/6) und können dort eingesehen werden.
 

Homepage des UAD


"Mein Herz ist am Rhein"

Wolfgang Müller von Königwinter zum 150. Todestag
29. November 2023 bis 10. März 2024

Siebengebirgsmuseum Königswinter

Der Arzt und Schriftsteller Wolfgang Müller von Königswinter – eigentlich Peter Wilhelm Karl Müller (1816–1873) – wurde in Königswinter geboren und blieb seiner Geburtsstadt zeitlebens verbunden. Diese Nähe dokumentiert auch sein Künstlername, den er sich selbst ab 1841 gab. Mit seinen einfühlsamen Gedichten über den Rhein beförderte er die Bekanntheit der ganzen Siebengebirgsregion. Darüber hinaus hat er als Kunstkritiker Künstlern der später sogenannten Düsseldorfer Malerschule zu Bekanntheit verholfen.

Anlässlich des 150. Todestages von Wolfgang Müller von Königswinter widmet das Siebengebirgsmuseum der Stadt Königswinter dieser, nicht nur für die Stadt Königswinter und die Region des Siebengebirges und des Mittelrheins bedeutsamen Persönlichkeit eine Sonderausstellung – die erste Ausstellung zum Leben und Wirken von Wolfgang Müller überhaupt.

Aus dem Bestand der ULB Düsseldorf wird das „Düsseldorfer Lieder-Album” präsentiert. Es erschien 1851 im Verlag Arnz und beinhaltet 6 kurze Werke verschiedener deutscher Dichter, die von bekannten Komponisten vertont wurden. Künstler der Düsseldorfer Malerschule illustrierten diese Stücke entsprechend. So komponierte der ehemalige Dirigent des Düsseldorfer Stadttheaters Julius Rietz die Musik zu Wolfgang Müllers Gedicht „Auf dem Rheine”, das vom Künstler Henry Ritter bebildert wurde.

Düsseldorfer Lieder-Album. 6 Lieder mit Pianofortebegleitung. Düsseldorf. Arnz, 1851. Signatur: 19 K 352 GF 1
Hier geht es zum Digitalisat.


Aufgerissen - Die mittelalterlichen Baurisse des Kölner Doms

15. August bis 13. November 2022, tägl. 10 bis 18 Uhr
Kölner Domschatzkammer, Domkloster 4, Köln
Zur 700.-Jahrfeier der Weihe des gotischen Domchores werden in der Domschatzkammer Köln alle erhaltenen mittelalterlichen Bauzeichnungen des Kölner Doms präsentiert. Die ULB ist in der Ausstellung mit einer wertvollen mittelalterlichen Handschrift aus dem 12. Jahrhundert (Sign. Ms.-B-51) vertreten, die ein Fragment einer Zeichnung des Kölner Doms enthält.

Die Zeichnung wurde bei der Restaurierung im Rückendeckel der Handschrift entdeckt. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war es üblich, nicht mehr benötigte Bücher zu zerschneiden und das kostbare Pergament oder Papier als Verstärkung der Einbände für neue Codices zu nutzen. Die ULB besitzt mehr als 1000 Fragmente mittelalterlicher Handschriften, die bei Restaurierungen entdeckt wurden. In einer Datenbank sind die bereits erschlossenen Fragmente der ULB zu recherchieren.

Die wertvolle Pergament-Handschrift, in deren Rückendeckel sich das Fragment des Kölner Domes befindet, enthält Werke der Kirchenväter Johannes Cassianus und Gennadius Massiliensis. Sie stammt ursprünglich aus der Zisterzienserabtei Altenberg und kam zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Kontext der Säkularisation in eine Vorgängereinrichtung der ULB. Die Handschrift mit dem eingebundenen Fragment ist über die Digitalen Sammlungen der ULB frei zugänglich.

Die Handschrift ist eine Leihgabe der Stadt Düsseldorf an die Universitäts- und Landesbibliothek.

Digitalisat der Handschrift mit zwei schmalen Fragmenten einer Federzeichnung, die höchstwahrscheinlich den Kölner Dom zeigen.

Datenbank der in der ULB erschlossenen Fragmente.

Informationen zur Ausstellung.


Zitrusmanie - Goldene Früchte in fürstlichen Gärten

Schloss Benrath, Museum für Gartenkunst
7. April  – 18. September 2022

Die Ausstellung im Museum für Gartenkunst beleuchtet mit Gemälden, dekorativen Grafiken, Skulpturen, Porzellan,
Modellen und aufwändig illustrierten Schriften facettenreich die Leidenschaft für Zitrusfrüchte zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.

Die Ausstellung im Museum wird von einer digitalen Ausstellung begleitet.

Die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf ist mit zehn Exponaten an der Ausstellung beteiligt.

Exponate, noch nicht digitalisiert:

  • Johann Christoph Volkamer. Continvation der Nürnbergischen Hesperidvm. Nürnberg, 1714
    Sign. 19 AGR265(4)
  • Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck. Hortus Dyckensis. Düsseldorf, 1834
    Sign. 19 NATW1234
  • Joseph P. de Tournefort. Institutiones rei herbariae. Lugduni, 1719
    Sign. 19 DV1647

Unser Land. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen. Jubiläumsausstellung

Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
27. August 2021 – 28. August 2022

Herzlichen Glückwunsch – das neue Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens im Behrens-Bau am Mannesmannufer in Düsseldorf ist eröffnet. Wir freuen uns, dass wir zur Jubiläumsausstellung „UNSER LAND. 75 Jahre Nordrhein-Westfalen“ mit unseren Beständen beitragen können. Als Landesbibliothek zeichnet die ULB zusammen mit den Landesbibliotheken in Münster und Bonn für die Bewahrung des schriftlichen Kulturerbes des Landes NRW verantwortlich. Sie besitzt das Pflichtexemplarrecht für den Regierungsbezirk Düsseldorf, d. h. jede Verlagsproduktion, die hier erscheint – egal ob in gedruckter oder elektronischer Form – ist in der ULB vorhanden. Durch die in Datenbankform erscheinende Nordrhein-Westfälische Bibliographie, die sie zusammen mit den Universitäts- und Landesbibliotheken in Bonn und Münster erstellt, ist die Literatur über Nordrhein-Westfalen gut auffindbar und eine wichtige Quelle zur Recherche nach landesspezifischen Themen.

Die Ausstellung „Unser Land“ überzeugt durch eine sehr moderne Präsentation der Geschichte NRW: Die Gründungsphase des Landes NRW, die politische und wirtschaftliche Entwicklung, aber auch das Schicksal von Geflüchteten, die bedrohte Umwelt, Terror und Gewalt und viele weitere Facetten der Landesgeschichte werden thematisiert. Im Kapitel „Neue Hochschulen für das Land“ sind Vorlesungsverzeichnisse und Fotos aus den Gründungsjahren der Heinrich-Heine-Universität aus dem Bestand der ULB zu sehen.

Sie dokumentieren die Wende in der Hochschulpolitik des Landes NRW in den 60er und 70er: Viele neue Hochschulen entstanden, um auch den Arbeiter- und kleinbürgerlichen Schichten stammenden Kindern Zugang zu umfassender Bildung zu ermöglichen. Aus dem durch Kohle und Stahl geprägten NRW wurde ein bedeutsamer Wissensstandort.

Beitragen zur Jubiläumsausstellung konnte die ULB außerdem durch ihre zahlreichen regionalen Zeitungsbestände, die eine bedeutsame Quelle für die Erforschung der Geschichte des Landes darstellen. In der Ausstellung ist beispielsweise die erste Ausgabe der „Rheinischen Post“ vom 2. März 1946 zu sehen, in der die desolate Ernährungslage in Deutschland und die Kürzung der Lebensmittelrationen in der britischen Zone thematisiert werden.

Weitere Informationen zur Ausstellung
https://www.hdgnrw.de/aktuelles/unser-land-75-jahre-nrw


Eine Klasse für sich. Adel an Rhein und Ruhr

Ruhr Museum Essen
13. Dezember 2021 – 24. April 2022, verlängert bis 31. Juli 2022

Ruhrgebiet und Adel? Zumeist verbindet man mit dieser Region vor allem eine durch Bergbau und Montanindustrie bestimmte Gesellschaft. Erstmals wird in der Sonderausstellung „Eine Klasse für sich“ die Geschichte des Adels an Rhein und Ruhr vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart ausführlich präsentiert. Prächtige und teils noch nie ausgestellte Kulturschätze werden in einem spektakulären „Glaspalast“ vor den rauhen Bunkerwänden im Ruhr Museum Essen zum Leben erweckt. Gezeigt werden über 800 Objekte aus rund 160 Museen, Archiven, Bibliotheken und Privatsammlungen.

Auch die Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf ist mit mehreren Exponaten an der Ausstellung beteiligt.

Einige der Werke hat die ULB bereits digitalisiert und stellt sie über ihre Digitalen Sammlungen zur Verfügung.


Geister & Genies

Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg
20. Juni 2021 – 9. Januar 2021

Im 16. Jahrhundert entwickelte sich der Niederrhein zum Anziehungspunkt von zahlreichen Gelehrten, die sich gegen die Kirche dem Humanismus zugewandt hatten und dadurch schweren Verfolgungen ausgesetzt waren. Vor allem den Flüchtlingen aus den katholischen Spanischen Niederlanden gewährte der tolerante Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg am Niederrhein Unterschlupf. Seine Toleranz und seine Bestrebungen, in Duisburg eine Universität zu gründen, zog Wissenschaftler, Philosophen, Schriftsteller und Theologen unterschiedlicher Coleur an, denen der Herzog hier den intellektuellen Austausch ermöglichen wollte.
Zahlreiche Werke dieser Duisburger Gelehrten – der bekannteste ist wohl der Geograph und Kartograph Gerhard Mercator und der Altphilologe Konrad von Heresbach -  befinden sich heute in Erst- und frühen Ausgaben in der Universitäts- und Landesbibliothek. Diese sind nun in der Ausstellung zu sehen. Als nordrhein-westfälische Landesbibliothek zeichnet die ULB für den Erhalt des schriftliche Kulturerbes des Niederrheins verantwortlich.

Liste der Leihgaben aus dem Bestand der ULB
Weitere Informationen zur Ausstellung


Gerechtigkeit Macht Frieden. 1000 Jahre Heiliger Heribert von Köln

Domschatzkammer des Erzbistums Köln
26. August – 14. November 2021

Im Jahr 2021 jährt sich der Todestag des Kölner Erzbischofs Heribert (970-1021) zum tausendsten Mal. Das Erzbistum Köln mit seinen verschiedenen Institutionen und die Gemeinde St. Heribert in Köln-Deutz zeigen aus diesem Grund in der Domschatzkammer und in Neu-St. Heribert in Köln eine große Ausstellung zu Leben und Werk des Heiligen. Die Universitäts- und Landesbibliothek ist an dieser Ausstellung mit eine ihrer wertvollsten mittelalterlichen Handschriften beteiligt, ein Legendarium, das u.a. die Vita Herberti enthält.

Heribert gehörte einer der bedeutendsten Familien des Reiches, dem Geschlecht der Konradiner, an und avancierte zu einem bedeutenden Ratgeber Kaiser Ottos III. Er wurde zunächst Kanzler für Italien, später auch für Deutschland. Im Jahr 999 wurde Heribert zum Kölner Erzbischof ernannt und gründete wenige Jahre nach seinem Amtsantritt die Abtei Deutz in Köln – eine Klostergründung, die er Otto III.  auf dessen Sterbebett versprochen hatte.

Die in der Universitäts- und Landesbibliothek überlieferte Vita Herberti ist einer der wenigen erhaltenen Quellen zur Erforschung des Wirkens des Kölner Erzbischofs. Wie in den mittelalterlichen Heiligenviten üblich, wird Heriberts tugendhafte und gottgefällige Lebensführung gerühmt. Die ihm zugeschriebenen Wunder und auch sein Engagement für die sozial Schwachen begründet seine Verehrung als Heiliger.  

Die in der ULB überlieferte mittelalterliche Sammelhandschrift mit der Vita Heriberti wurde im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts in der Kölner Benediktinerabtei Groß St. Martin in einer karolingischen Minuskel auf Pergament geschrieben. Mit ihren kunstvoll ausgeschmückten Initialen gilt sie als Meisterwerk der romanischen Buchkunst. Einen ersten Eindruck von der Handschrift kann man sich in den Digitalen Sammlungen der Universitäts- und Landesbibliothek verschaffen.

Leihgabe
MS-C-10A Legendarium, Vita Heribert fol 281r ff
In den Digitalen Sammlungen der ULB Düsseldorf

Katalog
Heribert Müller: Heribert von Köln. Ein Lebensbild mit einem Katalog zur Ausstellung Gerechtigkeit. Macht. Frieden. Lindenberg 2021

Weitere Informationen zur Ausstellung