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Buchpatenschaften

Verschleiß durch häufige Benutzung, die Folgen von Verlagerung und unzureichender Unterbringung, Mäusefraß und Schimmelbefall haben dazu geführt, dass viele Bücher aus dem historischen Bestand der ULB nicht mehr benutzt werden können. Mit der vollständigen oder teilweisen Übernahme der Kosten für ihre Restaurierung unterstützen Sie uns bei der Erhaltung der vom Verfall bedrohten wertvollen Literatur. 

Hier finden Sie eine Auswahl an Büchern, für die wir eine Patenschaft suchen. Bei Interesse an einer solchen, kontaktieren Sie uns bitte. Wir würden uns freuen, Sie als Patin/Pate begrüßen zu können.

Diese Bücher suchen eine Patin oder einen Paten:

Otto Pankok. 10 Landschaften. Radierungen. Düsseldorf : Baedeker, 1924
Signatur: 19 K 1110

Otto Pankok (1893-1966) ist zusammen mit Gert Wollheim einer der Gründer der Künstlergruppe „Junges Rheinland“. Im Jahre 1919 trafen sie sich im Laden der Johanna Ey, von wo aus alles begann.

 Für die Düsseldorfer Buch- und Kunsthandlung „Julius Bädeker“  fertigte Otto Pankok 1920 einen Anzeigenholzschnitt, der im letzten Heft der bibliophilen Kunstzeitschrift „EY“ abgedruckt wurde. Etwa um diese Zeit erschien im Verlag dieser Buchhandlung eine Mappe „10 Landschaften - Radierungen von Otto Pankok“. Diese Radierungen entstanden 1919 im ostfriesischen Remels. Die Verwendung von unregelmäßig begrenzten, nicht recht-winkligen Platten unterstreicht oft noch die wilde, ungestüme Kraft mit der hier Landschaften und Naturphänomene dargestellt werden. Nicht ohne schwarzen Humor hat der gerade siebenundzwanzigjährige in einem Blatt („Hier liegt er!“) in der ostfriesischen Landschaft ein Grabmal dargestellt. Aufschrift: „Otto Pankok 1893 - 1993“(!). Die Mappe wurde in der traditionsreichen Kunstdruckerei Schulgen in der Düsseldorfer Oststraße gedruckt. Die geringe Auflage von 25 Exemplaren macht sie zu einer ausgesprochenen Rarität. In der Flut der Mappenwerke und Pressendrucke, die bis zum Höhepunkt der Inflation 1923 in Deutschland erschienen, ist diese Mappe scheinbar untergegangen. Die sonst akribisch registrierende und rezensierende Kunstpresse schwieg sich aus; selbst das Erscheinungsjahr blieb lange unklar.

Schäden:

Die originale Mappe besteht aus Strohpappe mit Batikpapier-Überzug, einem Geweberücken, dem großen, farbigem Papiertitelschild und Bindebändern aus Gewebe. Durch die endogenen Abbauprozesse in der Strohpappe hat sich ein hoher Säuregehalt gebildet. Diese Säure ist im Laufe der Zeit durch die Papiere der Spiegel in die originalen Grafiken gewandert und hat diese durch fotochemische Reaktion bereits braun verfärbt und das Papier in seiner Substanz angegriffen. Die originalen Seidenpapiere, die als Trenn- und Schutzpapiere zwischen die Grafiken gefügt wurden, sind ebenfalls aus holzhaltigen und saurer regierenden Rohstoffen gefertigt, die gebräunt und übersäuert sind.

Restaurierungsmaßnahmen:

 Die originalen Seidenpapiere werden aus dem Mappenwerk entnommen und separat zwischen alterungsbeständigem Material aufbewahrt. Zum Einsatz kommen neue, alterungsbeständige Seidenpapiere. Die Grafiken werden trocken gereinigt, die gedruckten Blätter dagegen mit einer wässrigen Entsäuerung unterzogen und mit dünner Gelatinelösung neu geleimt, um die Säure zu binden und sie dauerhaft zu schützen. Das Abpuffern der in den Grafiken vorhandenen Säure geschieht durch alterungsbeständiges Papier, das mit einem hohen Anteil von Calcium/Magnesiumcarbonat versetzt wurde und die Grafiken somit dauerhaft schützt. Im Bereich der oberen Ecke ist der Mappenvorderdeckel gebrochen, alle Ecken sind bestoßen und das Bezugspapier ist gerissen. Der Bereich der Bindebänder ist ebenfalls gebrochen und muss stabilisiert werden. Die Verklebung und Stabilisierung erfolgt mit Hausenblase / Kleister-Gemisch und Japanpapier. An den Bänderausbrüchen ist eine Retusche vorzunehmen um das Gesamtbild des zeitgenössischen Werkes in seiner Gesamtheit wieder herzustellen.

Geschätzte Restaurierungskosten: 630,- Euro

Johannes Calvin. Institutio Christianae religionis. Genf : Rebulius, 1561
Signatur: 20 Syst. Th. II. 171

Jean Cauvin, später latinisiert zu Johannes Calvin, wurde 1509 im französischen Noyon geboren. Nach dem Besuch der dortigen Lateinschule begann er sein Studium zunächst in Paris, später in Orleans und Bourges, das er als Lizentiat der Rechte abschloss. Ab 1531 wendete er sich humanistischen Studien  und der reformatorischen Lehre zu. Nachdem sein Freund und Rektor der Pariser Universität sich öffentlich zu Luther bekannte, flohen beide vor Konflikten aus Paris. Trotz häufiger Ortswechsel in der Folgezeit, beschäftigte sich Calvin nun intensiv mit und entschied sich bewußt für die Reformation. Er begann nun die Arbeiten an seinem Hauptwerk ‚Institutio Christianae Religionis‘. Dieses reformtheologische Lehrwerk erschien 1536 und machte Calvin als Vordenker der Reformationsbewegung bekannt. Später in Genf half er zunächst beim Aufbau einer reformatorischen Gemeinde unter Wilhelm Farel, leitete dann ab 1541 selbst die Genfer Reformationsbewegung. So entstanden unter seiner Federführung die Genfer Kirchenordnung, 1542 der Genfer Katechismus und 1559 die Genfer Akademie, die spätere Hochschule des Calvinismus. Bis zu seinem Tod 1564 kämpfte und festigte Calvin die Reformationsbewegung.

Schäden:

Nicht zeitgenössischer, dunkelbrauner Kalbledereinband über Pappdeckeln. Die Lederbezüge sind stark berieben und an den Ecken bestoßen. Dort weisen die Pappen Fehlstellen auf; besonders an den unteren Ecken sind die Pappen bereits gesplissen. Die Falzbereiche sind geplatzt, die vier doppelten, sehr dünnen weißgegerbten Lederbünde gebrochen und der Vorderdeckel ist bereits abgerissen. Der Lederrücken ist stark ausgetrocknet, spröde und weist Einrisse auf. Im Bereich der Kapitale fehlt das Leder, ansonsten ist der Rücken erhalten und fest mit dem Buchblock verklebt. Von den beiden, sehr fein gestochenen Kapitalen über vegetabil gegerbten Lederkernen ist lediglich ein Fragment des Kopfkapitals erhalten. Die vier Bindebänder aus grün gefärbtem Gewebe sind deckelbündig abgerissen. In den Deckeln kleben Papierspiegel, die durch den Einfluss von Säure aus den Ledereinschlägen verbräunt sind. Die Heftung, das Papier und der Buchblock sind in sehr gutem Zustand und nur leicht verschmutzt.

Restaurierungsmaßnahmen:

Abnehmen des Lederrückens und stabilisieren des Papiertitelschildes. Das Kapitalfragment wird gesichert und der Dokumentation zugeführt. Der Buchrücken ist mit Japanpapier und Hautleim zu hinterkleben, die Kapitale werden rekonstruiert. Beide Papierspiegel sind auszulösen, der Vorsatzverbund zu rekonstruieren und wieder in das Heftgefüge einzubringen. Sollten sich handschriftliche Fragmente im Falzbereich unter den Spiegeln befinden, sind diese der Dokumentation beizufügen und durch neues Material zu ersetzen. Die abgerissenen Lederbünde werden ausgefräst, neues Leder eingeklebt, mit den alten Bünden versteppt und mit den Deckelpappen, die an den Fehlstellen mit Japanpapier und Archivkarton ergänzt werden, zu verbinden. Die vier Bindebänder werden erneuert, und der Buchrücken mit farblich angepasstem Leder bezogen. Beide Spiegel werden ganzflächig angepappt.

Geschätzte Restaurierungskosten: 833,- Euro

Adolf von Hüpsch. Nouvelles Découvertes De Quelques Testacées Pétrifiés Rares Et Inconnus, Pour Servir A L'Histoire Naturelle De La Basse-Allemagne Et Enrichir Les Collections Du Regne Animal par J. G. C. A. Baron De Hüpsch. Cologne : Metternich, 1771
Angebunden: Adolf von Hüpsch: Neue Entdeckung des wahren Ursprungs des Cöllnischen Umbers oder der Cöllnischen Erde . - Frankfurt, 1771
Signtur: 19 Nat.W. 155

Der Kölner Kunstsammler Wilhelm Carl Adolf von Hüpsch – eigentlich Jean Guillaume Adolphe Fiacre Honvlez – wurde 1730 im Luxemburgischen als Sohn des Schöffen und Gerichtsschreibers Gerard Honvlez geboren. Er nahm 1755 den Titel und Namen ‚von Hüpsch‘ seiner Großmutter an, ließ sich in Köln nieder und begann die Einrichtung eines Kunstkabinetts. Die Sammlung umfasste Kunstgegenstände, Naturalien, Waffen, Textilien, Handschriften und gedruckte Bücher und wurde bald als ‚Kabinett des Baron von Hüpsch‘ ein Anziehungspunkt für die ersten Rheintouristen. Hüpsch starb 1805. Die Sammlung vermachte er dem Landgraf Ludwig X. von Hessen-Darmstadt. Sie bildete den Grundstock für das Hessische Landesmuseum und die Handschriftenabteilung der Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt. Das vorliegenden Werk widmet der Verfasser als Geschenk der ehemaligen Königlichen Bibliothek Düsseldorf.

Schäden:

Ganzledereinband (Schafleder) über Pappdeckeln. Die Bezüge sind stark berieben, der Lederrücken fehlt vollständig. Die Vorsätze aus Kleisterpapier (Herrenhuter-Stil) sind beide intakt und nur durch die Säure aus den Ledereinschlägen etwas verbräunt. Die Heftung ist teilweise gelöst und muss stabilisiert werden. Der Buchblock ist ansonsten in gutem Zustand. Das Papier weist, besonders an den Tafeln, mechanische Schäden auf, ist jedoch ansonsten in sehr gutem Zustand. Von den beiden Kapitalen ist nur der Kern des oberen erhalten.

Restaurierungsmaßnahmen:

Auslösen der Spiegel. Stabilisieren der Heftung. Fixieren der stark beriebenen Deckelbezüge mit Paraloid. Leichte Trockenreinigung des Papiers und Schließen von Rissen in den Tafeln. Rekonstruktion der beiden Kapitale. Einledern des Rückens und Stabilisierung der Deckelkanten und Ecken. Schließlich Einbringen der beiden Spiegel.

Geschätzte Restaurierungskosten: 310,- Euro

Juan Caramuel Lobkowitz: Philippus prudens CaroliV. Imp. Filius Lusitaniae, Algarbiae, Indiae, Brasiliae legitimus rex. Antverpiae : ex officinal Plantiniana B. Moreti, 1639
Signatur: 21 Sp.u.Port.G. 18(4°)

Der spanische katholische Geistliche, Philosoph, Theologe, Astronom und Mathematiker wurde 1606 in Madrid geboren. Nach seiner Schulausbildung, die der hochbegabte Lobkowitz in kurzer Zeit absolvierte, studierte er bereits mit 9 Jahren an der Universität Alcalá Logik, Physik, Metaphysik, Recht und Philosophie. Mit 12 wurde er Baccalaureus, kurz danach Doktor der Philosophie, mit 14 oder 15 Jahren wurde er  im Kloster Espina in den Zisterzienserorden aufgenommen. Lobkowitz studierte weiter Philosophie, später in Salamanca Theologie. 1638 verlieh ihm die Universität Löwen den Doktortitel in Theologie. Er wurde Vorsteher verschiedener Klöster und Ordensgemeinschaften, z.B. 1644 Abt des Klosters Disibodenberg oder Superior der Schwarzspanier-Benediktiner von Monserrat in Wien. 1648 führte Lobkowitz in Prag eine Miliz von Geistlichen gegen den Angriff der Schweden an. Für diese Tapferkeit erhielt er vom Kaiser ein goldenes Halsband. Er wurde später noch Bischof von Otranto und als Bischof von Vigevano starb er 1682. Lobkowitz schrieb zahlreiche Werke über Mathematik, Astronomie, Naturwissenschaften, Theologie, Philosophie, Grammatik, Metrik, Poesie, Beredsamkeit, Musik, Mechanik etc. Der vorliegende Titel beinhaltet eine Genealogie portugiesischer Regenten und ist mit 26 Kupferstichen illustriert.

Schäden:

Schlichter Ganzpergamenteinband (Kalbpergament) über Pappdeckeln mit durchgezogenen Pergamentbünden, Stehkanten und Bindebändern aus Leder. Die vorderen Bänder sind teilweise erhalten, die hinteren bündig am Deckel abgerissen. Die Pappdeckel sind nach außen verworfen. Der Pergamentrücken ist geplatzt und weist Fehlstellen auf. Oben befindet sich ein Titelschild, handbeschrieben auf Papier. Der Einband ist, ebenso wie die Spiegel, stark verschmutzt. Die Spiegel sind teilweise im Falz defekt, hinten ist die Kapitalverklebung herausgerissen und die Pergamenteinschläge sind etwas gelöst. Der Buchblock, die Heftung und das Papier sind in sehr gutem Zustand. Beide Kapitale sind vorhanden und intakt.

Restaurierungsmaßnahmen:

Trockenreinigung des Einbandes und der Vorsätze. Das Papier muss nur partiell, besonders im Kopfbereich, einer Trockenreinigung unterzogen werden. Auslösen der beiden Vorsatzspiegel und stabilisieren der Vorsatzkonstruktion im Falzbereich. Die verworfenen Pappdeckel werden mit handgeschöpftem Büttenpapier gegengezogen und die fehlenden Lederbänder erneuert. Partielles Unterlegen der Fehlstellen am Pergamentrücken. Einbringen der Vorsatzspiegel in die Deckel.


Geschätzte Restaurierungskosten: 500,- Euro

Peter Binsfeld. Tractat Von Bekantnuß der Zauberer unnd Hexen, Ob und wieviel denselben zu glauben. Anfänglich durch den Hochwürdigen Herrn Petrum Binsfeldium Trierischem Suffraganien, vnd der H. Schrifft Doctorn kurtz vnd Summarischer weiß in Latein beschrieben. Jetzt aber ... verteutscht ... Trier : Bock, 1590
Signatur: 20 Cult.G. 48

Peter Binsfeld (um 1540/45 bis 1598) arbeitete als Hirtenjunge in der Abtei Himmerod in der Eifel, bevor ihn dessen Abt im Kloster studieren ließ. Später besuchte er in Rom das Collegium Germanicum und kam dort mit den Lehren zur Hexenverfolgung und -Bestrafung in Berührung. Als Priester kam Peter Binsfeld 1568 zurück in den Trierer Raum und wurde 1578 zum Propst in St. Simeon, 1580 zum Weihbischof in Trier ernannt. Im gleichen Jahr weihte Ihn der Erzbischof von Trier, Jakob von Eltz, zum Titularbischof von Azotus. In seiner Amtszeit als Weihbischof kam es durch seinen Einfluß zu den schlimmsten Hexenverfolgungen im Kurfürstentum Trier. 1582/83 und 1587/88 wurde Peter Binsfeld Rektor der Universität Trier. Er starb 1598 an der Pest.

Schäden:

Ganzpergamenteinband über Pappdeckeln, die teilweise aus handschriftlicher Makulatur bestehen. Das Pergament (Kalb) ist stark verschmutzt und verworfen. Die Bindebänder sind abgerissen, das Pergament an diesen Stellen eingerissen. Die inneren Falzverbindungen sind, hauptsächlich durch Insektenfraß, teilweise durchtrennt. Die Pergamentheftbünde sind, ebenso wie die gesamte Heftung, intakt und mit den Deckeln durch die Fälze verbunden. Die Vorsatzspiegel sind im Bereich der Pergamenteinschläge gerissen und weisen kleinere Fehlstellen auf. Unter den Spiegeln befinden sich handschriftliche Papiere, die im Zuge der Restaurierung entnommen und gesondert an den Auftraggeber zurückgeführt werden. Kapitale und Buchblock sind in gutem Zustand. Das Papier ist verbräunt und weist einige, größere Fehlstellen mit Textverlust auf.

Restaurierungsmaßnahmen:

Auslösen der beiden Spiegel und entnehmen der darunter befindlichen Makulatur. Die Bund-Deckelverbindung bleibt dabei unberührt. Einfügen neuer Deckelpappen aus kaschierten Büttenpapieren. Rekonstruktion der Bindebänder. Die Pergamenteinschläge werden neu verklebt und die vorhandenen Stehkanten geformt. Ergänzen, stabilisieren und gegenkleben der beiden Spiegel. Leichte Trockenreinigung des Papiers und Ergänzung der Fehlstellen mit Japanpapier und Weizenstärkekleister.

Geschätzte Restaurierungskosten: 540,- Euro

Salomon Alberti. Historia plerarunque partium humani corporismembratim scripta, et in usum tyronum retractatius edita. Vitebergae. Crato, 1585
Signatur: 20 Med. IV. 3


Salomon Alberti wurde 1540 in Naumburg (Saale) geboren. Im gleichen Jahr siedelte seine Familie mit ihm um nach Nürnberg, wo kurz darauf sein Vater starb. Der Stadtrat half der mittellosen Witwe und sorgte für Albertis Unterhalt, Schulbildung und auch das spätere  Studium. 1560 immatrikulierte er sich an der Universität Wittenberg und erlangte 4 Jahre später den akademischen Grad eines Magisters der freien Künste. Zum Doktor der Medizin wurde er 1574, 1575 Professor der Physik und 2 Jahre später Prof. der Medizin. Als Leibarzt des Herzogs Friedrich Wilhelm verbrachte Alberti seine letzten Lebensjahre am kurfürstlichen Hof in Dresden, wo er im Jahre 1600 starb.

1583 erschien Albertis Lehrbuch der Anatomie: „Historia plerarunque partium humani corporis“ mit 30 Holzschnitten und einem Umfang von 94 Seiten. Das Lehrbuch war weit verbreitet und hoch angesehen, sodass es mehrmals aufgelegt und erweitert wurde. So wurde der Umfang der 2. Auflage von 1585 etwas vermehrt zu 121 Seiten. Das für die Buchpatenschaft angebotene Exemplar der ULB ist in die Pergamentseite einer mittelalterlichen Handschrift eingeschlagen worden. Die Seite selbst kann auf den Beginn des 13. Jahrhunderts datiert werden, der Text stammt aus den „Parabolae“ des Bernhard von Clairvaux (6. Buch, 6. Paragraph).

Schäden:

Ganzpergamenteinband aus handbeschriebener Makulatur über kaschierten Pappdeckeln. Am Vorderschnitt befanden sich zwei paar Bindebänderaus weißgegerbtem Leder. Die Heftbünde, ebenfalls aus weißgegerbtem Leder, sind durch den Falzbereich der Deckel gezogen. Die Deckel sind verworfen, weisen Wurmfraß und einen leichten Wasserschaden auf. Vorne und hinten sind jeweils zwei Blätter als Spiegel angepappt, es ist zu vermuten, dass dadurch Besitzeinträge überdeckt wurden. Der vordere Falzbereich ist gerissen und der Buchblock aus dem Einband gelöst. Das fliegende Blatt der Vorsatzkonstruktion ist abgerissen und liegt lose bei. Das Papier ist durchweg verschmutzt, weist Knicke, Risse und Wurmfraß auf. Die Heftung ist gelockert, einzelne Lagen lösen sich aus dem Verbund. Das Buch besaß keine Kapitale.

Restaurierungsmaßnahmen:

Trockenreinigung des Papiers und des Einbandpergaments. Ablösen der Spiegel und des Pergamenteinbandes. Stabilisierung der Heftung und des Buchblocks. Schließen der Risse und der Wurmlöcher und Fraßgänge n den gefährdeten Bereichen. Das Einbandpergament wird nach dem Abnehmen und Reinigen digitalisiert, stabilisiert und wieder als Einband verwendet. Die ursprüngliche Vorsatzkonstruktion wird rekonstruiert und der Band mit durchgezogenen Heftbünden und Schließenbändern neu aufgebaut. Die originalen Pappen werden, wenn sie nicht aus beschrifteter Makulatur bestehen, geglättet und wiederverwendet. Dokumentation der einzelnen Arbeitsschritte und der verwendeten Materialien mit Bezugsquellen.

Geschätzte Restaurierungskosten: 1.950 €

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