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Thomas-Mann-Sammlung

Die Thomas-Mann-Sammlung der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf ist eine der umfassendsten Gedächtniseinrichtungen zu Thomas Mann und seiner Familie weltweit. Von dem Düsseldorfer Buchhändler und Historiker Dr. Hans-Otto Mayer in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts begründet, umfasst sie sämtliche Werk- und Einzelausgaben, aber auch Beiträge Thomas Manns in Zeitschriften, Sammelbänden und Zeitungen. Fast alle Erstausgaben der Werke, häufig vom Autor signiert, sowie zahlreiche bibliophile Ausgaben, Übersetzungen in mehr als 40 Sprachen, 45 handschriftliche bzw.  maschinenschriftliche Originalbriefe und Postkarten von Thomas Mann, über 5.000 Briefkopien, ein etwa 30.000 Dokumente umfassendes Ausschnittarchiv sowie eine auf Vollständigkeit ausgerichtete Sammlung von Sekundärliteratur zu Thomas Mann und seiner Familie können Sie hier einsehen. Zur Sammlung gehören ferner die Nachlässe von Hans-Otto-Mayer und weiteren Thomas-Mann-Forschern.

Seit 1980 befindet sie sich in der Universitäts- und Landesbibliothek. Sie wird kontinuierlich ausgebaut und steht zur Präsensnutzung im Sonderlesesaal zur Verfügung.

Der Katalog der Thomas-Mann-Sammlung der ULB Düsseldorf weist mehr als 32.000 Titel von Monographien, Aufsätzen aus Fachzeitschriften und Sammelbänden sowie Zeitungsartikel nach. Der Teil-Katalog der Thomas-Mann-Sammlung ist über das Suchportal der ULB zugänglich.

Die sachliche Erschließung erfolgt über eine Systematik sowie über Schlagwörter.

In der Forschung wird die Anzahl der Briefe, die Thomas Mann im Laufe seines Lebens geschrieben hat, auf ca. 25.000 bis 30.000 geschätzt, von denen noch ca. 20.000 Briefe erhalten oder nachweisbar sind.

Die ULB ist zudem im Besitz von mehr als 50 Originalbriefen und Postkarten Thomas Manns. Diese sind unter der Signatur: slg 120/Dok im Katalog des Kalliope-Verbunds verzeichnet. Einen direkten Link zum Online-Findbuch finden Sie hier.

Etwa 5.000 Briefe Thomas Manns, auch bisher nicht veröffentlichte, liegen in der Thomas-Mann-Sammlung in Abschriften, Fotokopien und Durchschlägen vor. Zurzeit werden diese über das Nachweissystem Kalliope erschlossen.

Im sog. Briefregestenwerk, das der Begründer der Sammlung, Dr. Hans-Otto Mayer, zusammen mit Hans Bürgin 1977 bis 1982 herausgab, sind die Kopien und Abschriften ebenfalls nachgewiesen. Nach seinem Tod wurde das Werk von Yvonne Schmidlin bis 1987 fortgeführt.

Lit.: Hans Bürgin, Hans-Otto Mayer: Die Briefe Thomas Manns. Regesten und Register. 5 Bde. Frankfurt 1977-1987.

Für die Recherche nach Dokumenten im Ausschnittarchiv empfiehlt sich eine systematische Suche, da es für das Ausschnittarchiv eine sehr differenzierte Systematik gibt. Vor 2006 publizierte Ausschnitte sind in einem Zettelkatalog recherchierbar.

Sie interessieren sich für die Thomas-Mann-Sammlung und benötigen eine Beratung oder wollen die Sammlung mit einer Gruppe, einem Seminar oder mit Ihren Gästen genauer kennenlernen. Gerne präsentieren wir Ihnen die Sammlung und bereiten spezielle Einführungen zu dem von Ihnen gewünschten Themen vor. Scheuen Sie sich nicht, einen Termin zu vereinbaren.

Erstausgaben

Die Erstausgabe der frühen Erzählungen Thomas Manns erschien 1898 unter dem Titel „Der kleine Herr Friedemann“ im Verlag Samuel Fischer in der Reihe „Collection Fischer“. Mit dieser Buchreihe bot Fischer erstmals Bücher guter Autoren im Taschenbuchformat zu einem günstigen Preis an. Der Umschlag der Erstausgabe, der von dem mit Thomas Mann befreundeten Münchener Maler Baptist Scherer gestaltet wurde, zeigt eine junge Frau im Jugendstilkleid mit einem breitrandigen, üppig verzierten Sommerhut, die in die Lektüre eines Buchs vertieft ist. Als Vorbild diente dem Künstler wahrscheinlich Thomas Manns Schwester Carla.

Übersetzungen

In der Thomas-Mann-Sammlung sind über 1.200 Übersetzungen der Werke Thomas Manns in mehr als 40 Sprachen vorhanden. Ob in den Fremdsprachen Europas oder in Chinesisch, Japanisch, Arabisch oder Hindi: Hier können Sie die Werke Thomas Manns in ihren Übersetzungen lesen. Im Sonderlesesaal sind sie systematisch nach Sprachen aufgestellt.

Bibliophile Ausgaben

Zu den Rara der Sammlung gehört ferner ein Zyklus farbiger Lithographien zum „Tod in Venedig“ von Wolfgang Born (1893–1949) aus dem Jahr 1921. Alle Zeichnungen dieses Mappenwerkes wurden vom Künstler signiert. Das letzte Bild dieses Zyklus, betitelt mit „Der Tod“, zeigt eine Vision des Protagonisten Gustav von Aschenbach, der das Opfer einer Knabenliebe wird.

Werkausgaben

Anlässlich des 50. Geburtstags von Thomas Mann im Jahr 1925 erschien im Verlag Samuel Fischer eine zehnbändige Gesamtausgabe der Werke Thomas Manns. Der erste Band enthielt ein Porträt Thomas Manns nach einer Radierung von Max Liebermann. Hans-Otto Mayer erwarb die Originalradierung Liebermanns für die Sammlung.

Faksimile-Ausgaben

Die im Jahr 1953 publizierte Erzählung „Die Betrogene“ ist das einzige Werk Thomas Manns, dessen Handlung in Düsseldorf spielt. Neben der Erstausgabe ist in der Thomas-Mann-Sammlung auch eine Faksimile-Ausgabe des Manuskripts im Kupfertiefdruck vorhanden, die ein Porträt Thomas Manns von Ernst Morgenthaler enthält. Sie wurde von den Freunden des Schweizer Kinderdorfs „Kiriath Yearim“ mit einer faksimilierten Bemerkung Thomas Manns herausgegeben: „Herzlich gern gebe ich den Vorabdruck dieser Erzählung im Faksimile der Handschrift frei zu Gunsten bedürftiger Kinder und Jugendlicher in Israel.“

Briefe

In der Forschung wird die Anzahl der Briefe, die Thomas Mann im Laufe seines Lebens geschrieben hat, auf ca. 25.000 bis 30.000 geschätzt, von denen noch ca. 20.000 Briefe erhalten oder nachweisbar sind. Etwa 5.000 Briefe Thomas Manns, die bisher nicht veröffentlicht wurden, liegen in der Thomas-Mann-Sammlung in Abschriften, Fotokopien und Durchschlägen vor.

Audiovisuelle Medien

Rund 200 Spiel- und Dokumentarfilme sowie Hörbücher zu Thomas Mann können in der Thomas-Mann-Sammlung ausgeliehen werden.

In der Sammlung befinden sich die Nachlässe des Sammlungsbegründers Hans-Otto-Mayer sowie der beiden Thomas-Mann-Bibliografen Harry Matter und Georg Potempa. Sie sind derzeit noch nicht erschlossen.

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